Stranger Than Usual

39C3: Tag 3 und 4

Kommen wir nun zu meinen Erlebnissen und Eindrücken an Tag 3 und 4 des 39C3. Ich werde vermutlich ein paar Sachen vergessen. Ist aber nicht tragisch. So oder so kommen noch ein oder zwei weitere Posts. Tag 3 habe ich wegen Erschöpfung schon gegen 18:00 Uhr beendet, Tag 4 ist sowieso immer kürzer.

Menschen

Ich habe mich sowohl an Tag 3 als auch an Tag 4 wieder mit ein paar Leuten unterhalten, die ich am House of Tea getroffen habe. Ich habe dort außerdem einen ehemaligen Kollegen von der Uni getroffen, der auch Spaß auf dem Congress hatte. Es war schön, den mal wieder zu sehen.

Ich habe auch einen anderen ehemaligen Mitdoktoranden getroffen, allerdings unter komischen Umständen: Ich sah im Vorbeigehen ein Gesicht, das mir bekannt vorkam, und nickte unwillkürlich. Die andere Person drehte sich um. Sie kam mir immer noch bekannt vor, aber ich konnte sie nicht einordnen. Kurzer Wortwechsel mit der Person: die Person hat das gleiche Problem mit mir. Wir haben uns also vermutlich schon einmal gesehen. Wir ließen das erst einmal auf sich beruhen. Später liefen wir uns wieder über den Weg. Person fragte mich, ob wir uns aus Saarbrücken kennen. Da resonierte etwas in mir. Wir kennen uns nicht aus Saarbrücken, aber Thorsten Holz, Professor, der früher an der RUB war und bei dem meine Professorin ihre Promotion gemacht hat, ist jetzt dort. Also kennen wir uns vielleicht aus Bochum? Nein, auch nicht, aber der Name meiner Professorin kam ihm bekannt vor. Also Nijmegen! Ja, das muss es sein. Rätsel gelöst. Glück gehabt dabei: dass wir uns überhaupt noch ein zweites Mal zufällig über den Weg gelaufen sind, ist auf dem Congress schon unwahrscheinlich.

Nicht tagesspezifisch, aber die RPG-Assembly mit einem Freund aus Hamburg war ein netter Ruhepol für mich, im Chaos des Congresses.

Alles in Allem konnte ich mehr Kontakte zu Leuten aufnehmen, obwohl ich schüchtern bin. Ich habe dazu jetzt drei Taktiken:

  1. Am House of Tea fragen, ob man sich zu einem Tisch dazusetzen kann (ggf. Tee anbieten oder fragen, ob man Tee haben darf). Oft entwickelt sich daraus ein Gespräch
  2. Chaospost austragen
  3. Irgendein interessantes Objekt betrachten und Leute darauf ansprechen. Die Erschaffenden erzählen meist gerne darüber, was sie da wie gemacht haben. Zum Beispiel Pilze

Austernpilze

Bei der Bits & Bäume-Assembly hat jemand in einem Eimer, in dem wohl früher mal Lebensmittel waren, Austernpilze gezüchtet. Die wurden dann auf einer Drehplattform dramatisch ausgeleuchtet präsentiert. Das Foto ist leider nicht besonders gut, weil es recht dunkel war.

Ein Plastikeimer, an dem aus einem kleinen Loch eine Menge Pilzfruchtkörper herauswachsen.

Der Typ dort hat mir auch eine kurze Erklärung gegeben, wie man das macht. Es lag aber auch ein Stadtpilze-Handbuch aus, in dem die Anleitung niedergeschrieben ist.

Postbote

Eine andere Möglichkeit, Leute kennenzulernen, ist es, Postbote für die Chaospost zu spielen. Die Leute findet man entweder an einem Ort auf dem Congress, der auf der Karte angegeben ist oder per interner Telefonnummer. Manchmal auch anders.

Ich hasse es, fremde Leute anzurufen, aber ich habe dieses Mal zum ersten Mal Karten angenommen, die nur eine Telefonnummer hatten. Dummerweise habe ich keine Zielperson erreicht.

Also habe ich die Karten zurückgegeben und mir andere Karten geschnappt. Zwei davon waren recht einfach, und ich konnte mich ein bisschen unterhalten. Die dritte Karte war schwierig. Sie hatte als Ziel nur „Team Grün“, keinen Text, keinen Absender, nur das Wort „Gelb“ und goßen, gelben Buchstaben auf der Vorderseite.

Nach einigem herumfragen (auf Mastodon, im Matrix-Channel, am Infopoint und bei der Chaospost) hatte ich einen Hinweis: Es gab ein Spiel, bei dem Leute mit einem RFID-Chip bestimmte Stationen scannen mussten. Das war mir schon vorher aufgefallen. Was ich nicht wusste: In dem Spiel gibt es verschieden farbige Teams. Ich habe mich dann neben einen dieser Punkte gestellt und gewartet. Zwei Leute kamen vorbei, aber beide von Team Pink. Dann kam ein kleines Mädchen: „Du darfst nicht campen!“ Ich habe versucht, ihr zu erklären, dass ich das Spiel nicht spiele. Sie war nicht wirklich überzeugt, aber zusammen mit ihrer Mutter konnte ich sie überzeugen, dass ich nur nach jemandem von team Grün suche. Sie war Team Grün, also hat sie die Postkarte bekommen.

Eine Karte habe ich übrigens im Himmel abgegeben. Dabei habe ich entdeckt, dass der Himmel jetzt ordentliche Säulen hat (3D-gedruckte Aufsätze für die Warteschlangen-Absperrungen):

Ein weißer Pfosten für Absperrband. Oben hat er einen schnörkelig verzierten Säulensockel. Das Absperrband ist schwarz mit weißer Beschriftung.

Power Cycle

Ich habe schon am ersten Tag das Power Cycle entdeckt, von dem der Congress sein Motto hat ;)

Fotografiert habe ich es erst an Tag 3. Gegenüber des Rads ist ein Beamer, der ein Video einer Bahnfahrt anzeigt, das flüssiger läuft, je fester man in die Pedalen tritt. Wenn nicht getreten wird, schaltet sich das Video komplett ab.

Ein Fahrradergometer. Auf dem gelb lackierten „Lenker“ ist ein Aufkleber mit der Aufschrift „CYCLE“

c3nav down

Am vierten Tag war dann irgendwann das c3nav down. Ich habe das zunächst nicht bemerkt. Ich habe mich am House of Tea mit ein paar Leuten unterhalten, von denen eine Person einen Blåhaj-Aufkleber auf dem Laptop hatte. Ich hatte am Vortag schon ein paar kleinere Blåhaj-Aufkleber entdeckt, und einer meiner Spielleiter war begeistert davon, also dachte ich mir, ich bringe ihm ein paar mit. Die Person mit dem Aufkleber am Laptop konnte mir sagen wo der herkommt und setzte an, mir zu erklären, wie ich dahin komme.

Ich meinte, ich könne das ja im c3nav nachschlagen. Dann musste ich erfahren, dass das c3nav down ist. Korrumpierte Datenbank oder so. Ich habe die Assembly mit einer guten Beschreibung trotzdem gefunden, aber die Aufkleber waren leer. So habe ich nur ein paar von den kleineren Aufklebern:

Ein Aufkleberbogen mit vier Blåhaj-Köpfen, die verschmitzt grinsen

Was das c3nav angeht: Ich habe per Masotodon die Zusage bekommen, dass jemand ein Post Mortem schreibt. Ich bin neugierig, was da passiert ist. Wenn es das Post Mortem gibt, dann verlinkte ich das in diesem Blog.

Abbau

Ich habe dann auch ein bisschen beim Abbau geholfen. Hauptsächlich Stühle gestapelt. Immer abwechselnd ein Stuhl mit und ein Stuhl ohne Armlehnen. Manche Stühle hatten nur auf einer Seite Armlehnen. Die Armlehnen lagen dann irgendwo herum. Öfter als nicht hatte man dann eine rechte Armlehne und einen Stuhl mit nur einer rechten Armlehne und musste weitersuchen.

Ein Stuhl mit einer rechten Armlehne, aber ohne Linke Armlehne. Auf dem Stuhl liegt eine weitere rechte Armlehne.

Was ich nicht geschafft habe

  • ich habe nur eine einzige Postkarte mit der Chaospost verschickt, aber die immerhin an die Person, die ich länger nicht mehr gesehen habe
  • ich habe zwar schon wieder den Typen getroffen, der auf dem Congress Teelieferungen macht, aber habe mir trotzdem nie Tee bei ihm bestellt
  • ich wollte mal wieder Lockpicking üben, aber immer wenn ich da war, war gerade ein Workshop und alle Ausleihwerkzeuge waren in Gebrauch