Stranger Than Usual

Die beste Krankheit taugt nichts.

— Ruth Blumenröder

Recovery eines verlustbehafteten Dwarf Fortress-Screenshots

Mir ist neulich aufgefallen, dass ich dieses Jahrzehnt noch nicht Dwarf Fortress gespielt habe. Überhaupt noch nicht. Und das Jahrzehnt ist schon wieder halb herum. Aber darum kümmere ich mich später, denn in diesem Zusammenhang ist mir ein altes Succession-Game eingefallen, das ich mit Arbeitskollegen gespielt habe, und dass es leider nur vier In-Game-Jahre geschafft hat, bevor uns die Spieler_innen ausgegangen sind. Dazu hat, dem Brauch eines Succession-Games, jeder einen Bericht geschrieben, was in dem entsprechenden Jahr in der Festung passiert ist (aus der Sicht eines Zwergs). Mit Screenshots.

Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass ich eine Obsession für Bilddateigrößenoptimierung entwickelt habe. In diesem Post geht es nicht um Dwarf Fortress. Es geht um Bildgrößenkompression. Wer möchte, kann sich ja vorher noch meine kurze Einführung in verlustfreie und verlustbehaftete Kompression anschauen. Dort steht auch eine Faustformel, wann man welche Kompressionsvariante verwenden sollte.

Nun eignen sich Dwarf Fortress-Screenshots sehr gut für verlustfreie Kompression, zumindest mit der klassischen Grafik. Die ist nämlich nichts weiter als der ASCII-ähnliche (aber nicht kompatible) Zeichensatz CP437, eingefärbt in eine von 16 Farben, wobei der Hintergrund ebenfalls eine von 16 Farben haben kann, aber meisten grau ist. Die Darstellung der Zeichen hat keine Kantenglättung. Optimal für verlustfreie Kompression. Beispiel:

Pixeldarstellung eines Dwarf Fortress-Embarkings. Die Wiese und eine lehmige Fläche sind mit Kommata, Apostrophen und so weiter in grün bzw. dunkelrot dargestellt.

Oder, hereingezoomed, damit man die Pixel besser erkennen kann:

Rote, braune und gelbe Apostrophe, Kommata und ähnliche Zeichen. Zwei große O in braun. Schwarzer Hintergrund

Lässt sich super komprimieren. Das obere Bild? 502×475 Pixel, nur 8,5 kiB groß als WebP. Insgesamt komme in einem Jahr auf 116 kiB an Bildern und in dem anderen Jahr auf 348 kiB. Der Kollege für Jahr zwei kommt auf 968 kiB, der Kollege für Jahr drei sogar auf 6,2 MiB. Und beide haben weniger Bilder als ich, in Jahr 4 habe ich sogar deutlich mehr Bilder. Wie kommt das?

Zum einen haben die Kollegen oft deutlich größere Bildausschnitte genommen. Das hätte man kleiner halten können, aber geschenkt. Der Kollege von Jahr 3 hat nicht die klassischen DF-Texturen genommen, sondern andere, mit mehr Details und Farben. Trotzdem noch relativ gut komprimierbar. Der Kollege von Jahr 2 hat aber die Standardtexturen. Allerdings hat er nicht aufgepasst und alle Screenshots als JPEG abgespeichert. Autsch.

Nun hängt diese Story momentan noch bei Github herum. Ich hatte mir überlegt, die mal auf meinen eigenen Server zu packen, als Teil meines digitalen Gartens. Aber dann muss ich irgendwas mit diesen übergroßen Screenshots machen. Und darum geht es in diesem Blogpost.

Bestandsaufnahme und Kompression in verschiedenen Formaten an einem Beispielbild

Als Basis für die Analyse nehme ich einen Screenshot eines fliehenden Kobolds. Der hat gewissen Ähnlichkkeit mit dem Screenshot oben, weil er auch draußen aufgenommen wurde. Die Auflösung ist ein bisschen kleiner (454×362), aber die Dateigröße als JPEG sind enorme 168 kiB. Ich werde hier erst einmal immer nur einen kleinen Ausschnitt des Bildes wiedergeben, dafür aber hereingezoomt, damit man sehen kann, was mit den einzelnen Pixeln passiert. Zunächst einmal habe ich verschiedene Bildformate mit verschiedenen Einstellungen ausprobiert:

Ein Kobold (kleines „k“) steht in einer rot-gelben Landschaft aus Kommata, Apostrophen, etc. Der Hintergrund ist schwarz. Die jeweiligen Zeichen sind nicht einfarbig sondern haben einen geglätteten Übergang zum Hintergrund.

So wie das Original, aber die Rottöne sind anders.

Auch hier sind die Rottöne anders, aber auch ein paar andere Farben sind verfälscht.

Hier sind die Rottöne nahe am Original, aber die Kanten sind ein kleines bisschen verschwommener.

Fast wie das Original, aber ein paar Pixel haben komplett andere Farben.

Keine erkennbaren Unterschiede zum Original.

Von oben nach unten:

  1. Das Originalbild. In der Originalvariante (JPEG) 168 kiB groß, als verlustfreies WebP nur 126 kiB. Die Kompressionsartefakte machen verlustfreie Kompression deutlich schwieriger. Als verlustfreies AVIF übrigens 212 kiB groß. Ich habe noch keinen echten Anwendungsfall für verlustfreie AVIF-Dateien gefunden.
  2. Verlustfreies WebP mit maximaler Qualität (100). Deutlich erkennbar: Die veränderten Rottöne. 81 kiB groß.
  3. Verlustfreies WebP mit 75 % Qualität (Standardeinstellung von cwebp). Auch hier stark veränderte Rottöne. 33 kiB groß.
  4. Verlustfreies Avif mit 50 % Qualität. Bild deutlich besser wiedergegeben als irgendein Webp. 25 kiB groß.
  5. WebP mit der cwebp-Option -near-lossless 0. Diese Option macht ein verlustbehaftetes Farb-Preprocessing und wendet danach verlustfreie Kompression an. 0 bedeutet maximales Preprocessing. 57 kiB groß.
  6. WebP mit -near-lossless 60, dem empfohlenen Wert. Kaum ein Unterschied zum Original erkennbar, 84 kiB groß.

Da die Bilder eh verlustbehaftet sind, hätte ich mich hier mit der Avif-Variante zufrieden geben und Schluss machen können. Was aber, wenn wir die Verluste irgendwie wieder rückgängig machen können?

Recovery von der verlustbehafteten Kompression

Nun, eigentlich kann man die Informationen, die beim Komprimieren verloren gehen, nicht zurückholen. Das ist Informationstheoretisch nicht möglich. Wir haben hier aber einen großen Vorteil: Wir haben Kontextwissen. Wir wissen, dass die Screenshots Zeichen im Raster zeigen. Wir wissen, dass sie nur eine begrenzte Farbpalette zu Verfügung hatten. Wir kennen alle möglichen Zeichen. Wir könnten die Bilder vermutlich also wirklich so wiederhestellen, wie sie waren (von ein paar Pixeln am Bildrand abgesehen, die sich vielleicht nicht mehr konkret einem Zeichen zuordnen lassen).

Aber das wäre mir dann doch zu viel Arbeit. Aber zumindest die Farbpalette zu reduzieren wäre schon cool. Deswegen habe ich aus verlustfreien DF-Screenshots die Farbpalette extrahiert:

16 Farben, von schwarz nach weiß über rot, grün und blau.

Es gibt ein schönes Tutorial, wie man mit Imagemagick die Farben auf eine Palette reduziert. Ich habe mich, wie gesagt, auf eine vorgegebene Palette festgelegt, also habe ich folgenden Befehl genutzt:

magick 1-koboldThief.jpg +dither -remap palette.png 1-koboldThief_16_colors_remap.png

+dither deaktiviert hier Dithering, sonst hätte Imagemagick mir vermutlich noch ein paar falsche Pixel mehr reingedrückt. Das Ergebnis sieht so aus:

Die einzelnen Zeichen sind jetzt meist einfarbig und haben eine klare Kante zum Hintergrund. Gerade die hellgelben Zeichen haben abder dunkelgelbe Übergänge, auch das k hat zwei Grautöne. Vereinzelt tauchen Pixel in völlig falscher Farbe auf.

Perfekt ist es noch nicht. Gerade die helleren Zeichen haben immernoch einen Farbverlauf, weil es dunklere Farben gab, um den Verlauf darzustellen. Manche Pixel sind völlig falsch. Aber das Gesamtbild ist gut, und die Dateigröße kann sich sehen lassen: Sie ist von 168 kiB auf 7,8 kiB geschrumpft. Damit steht dem Ziel, den Bericht, in dem die Screenshots verwendet werden, auf meinem eigenen Server zu hosten, nichts mehr im Weg. Naja, außer einer Menge Arbeit. Aber der schwierige (andere sagen auch: der interessante) Teil ist geschafft.

Hier zum Abschluss noch einmal der „wiederhergestellte“ Screenshot:

Ein Kobold läuft über eine lehmige Oberfläche ohne Bewuchs. Im Osten wächst Gras und ein paar Tümpel sind zu sehen.

Rollenspielszenen: Du kennst doch Bäume…

Rollenspielszene. Wir wollen immer noch den Wald retten. Während Calum und Shane Flyer für eine Demo verteilen, fährt Siobhan in eine Nachbarstadt, um das Thema mit dem Wald an die Presse zu bringen. Siobhan hat dort einen Kontakt, ein Zeitungsredakteur namens Kevin.

Siobhan kennt Kevin nicht besonders gut. Sie weiß nicht genau, wie sie das Thema auf den Tisch bringen soll. Also fängt sie an:

Du kennst doch Bäume… und wenn sich viele Bäume mögen, dann ergibt sich ein Wald…

Mit Imagemagick eine Farbpalette aus Bildern extrahieren

Ich brauche für ein kleines anderes Projekt (dazu in einem späteren Post mehr) eine Palette von allen Farben, die in einer Sammlung von Bildern vorkommen. Hier kann mal wieder das Schweizertaschenmesser der Bildverarbeitung glänzen: Imagemagick. Um eine Farbpalette aus einem Bild herauszukriegen, kann man folgenden Befehl ausführen:

magick bild.png -unique-colors palette.png

Das erstellt ein Bild mit einer Höhe von einem Pixel und so breit, wie die Anzahl der Farben ist. Jedes Pixel hat ein der Farben, die in dem Ursprungsbild vorkamen, alle Farben tauchen in dem Ausgabebild auf.

Man kann sich die Farben auch in einer Textdatei ausgeben lassen

magick all.png -unique-colors txt:palette.txt

Der halbe Weg ist also geschafft. Ich will aber nicht die Palette eines Bildes, sondern die Palette mehrerer Bilder zusammen. Wenn ich mehrere Eingabedateien angebe, erstellt mir Imagemagick hier aber einfach eine Palette pro Datei. Das reicht also nicht. Ich habe ein bisschen herumgesucht, und bin nur auf einen Workaround gekommen: Ich füge erst alle Bilder zu einer Bilddatei zusammen und nehme dann die Palette dieses Gesamtbildes. Das Zusammenfügen kann man z.B. so machen:

convert -append img/* all.png

Wobei in diesem Fall die Eingabedateien unter img liegen und all.png die Ausgabedatei ist. Eine wichtige Einschränkung: Wenn die Eingabebilder nicht alle gleich groß sind, wird es weiße Flächen in all.png geben. Das heißt, es wird eventuell weiß zur Palette hinzugefügt, obwohl das falsch wäre. In meinem Fall war aber weiß ohnehin Teil der Palette. Ansonsten kann man Imagemagick sicher auch irgendwie dazu bringen, den Hintergrund anders zu färben.

Damit jedenfalls habe ich meine Palette:

Ein sehr kleines Bild, auf dem man kaum etwas erkennen kann.

Oh, warte, das kann man kaum sehen. Also hier eine vergrößerte Variante:

16 Farben, von schwarz nach weiß über rot, grün und blau.

Und hier die Textausgabe:

# ImageMagick pixel enumeration: 16,1,0,255,srgb
0,0: (0,0,0)  #000000  black
1,0: (128,0,0)  #800000  maroon
2,0: (255,0,0)  #FF0000  red
3,0: (0,128,0)  #008000  green
4,0: (0,255,0)  #00FF00  lime
5,0: (128,128,0)  #808000  olive
6,0: (255,255,0)  #FFFF00  yellow
7,0: (0,0,128)  #000080  navy
8,0: (0,0,255)  #0000FF  blue
9,0: (128,0,128)  #800080  purple
10,0: (255,0,255)  #FF00FF  magenta
11,0: (0,128,128)  #008080  teal
12,0: (0,255,255)  #00FFFF  cyan
13,0: (128,128,128)  #808080  fractal
14,0: (192,192,192)  #C0C0C0  silver
15,0: (255,255,255)  #FFFFFF  white

Rollenspielszenen: Kriminelle Konstrukte

Rollenspielszene. Wir sind in der nächsten Stadt in Galt angekommen. Die Stadt wird größtenteils von Banden beherrscht, nachdem das Stadtviertel, in dem die herrschende Klasse wohnte, vor zwanzig bis dreißig Jahren mysteriöserweise explodiert ist. Eine Hinterlassenschaft dieser Klasse sind jedoch Metallkonstrukte von mäßiger Intelligenz und geringer Eigeninitiative, die versuchen, die Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten.

Direkt am ersten Abend passiert in der Nähe unserer Unterkunft ein Mord. Vom Tatort weg (in Richtung eines Kanaldeckels) führen Spuren zweier kleiner Personen und einer menschengroßen Person. Thivuc fängt an zu spekulieren: Vielleicht gibt es hier Rattenmenschen? Gibt es wandelnde Pilze? Und wenn es große Wachkonstrukte gibt, die Gesetzesverstöße hart bestrafen, warum soll es dann nicht auch kleine Kriminalkonstrukte geben, die Verbrechen begehen? Fredegar ist nicht überzeugt: Warum sollte jemand viel Geld für Kriminalkonstrukte ausgeben? Viel wahrscheinlicher sind doch die Rattenmenschen, oder einfach kriminelle Halblinge oder Gnome, die die Kanalisation als Fluchtweg nutzen.

Am nächsten Tag haben wir dann ein Treffen mit einem Informanten, weil Dolgrim, Zwerg und Kopfgeldjäger, hofft, in dieser Stadt eine gesuchte Mörderin zu finden. Tatsächlich gibt es Hinweise auf die gesuchte Person: Sie hat sich einer Bande von Wyrwoods angeschlossen, die sich in der Kanalisation aufhält. Die Gruppe schaut fragend Julien, den Magier an. Der erklärt: Wyrwoods sind Holzkonstrukte mit freiem Willen, die von Magiern geschaffen wurden aber dann gegen sie rebellierten.

Thivuc lacht triumphierend:

Hah! Kriminalkonstrukte!

Hörnchen oder Waffel?

Im Jahr 2013, als ich gerade meine Masterarbeit geschrieben habe, haben mich ein paar Doktoranden auf den Atlas zur deutschen Alltagssprache hingewiesen. Der wird von Professoren an der Uni Salzburg erstellt und enthält Karten, welche Begriffe in der Alltagssprache wo in deutschsprachigen Gebieten vertraut sind. Zum Beispiel, wo bevorzugt „Samstag“ und wo „Sonnabend“ verwendet wird.

Die Daten kommen aus Umfragen, man kann auf der Seite dann die aktuelle Umfrage ausfüllen. Ich kann nur empfehlen, da einfach mal mitzumachen. Das verbessert die Datenqualität und braucht nicht viel Zeit. Außerdem ist es immer mal interessant zu sehen, welche gefühlt abstrusen Begriffe, Suffixe oder grammatikalischen Konstrukte in verschiedenen Gegenden von Deutschland, Österreich und der Schweiz genutzt werden. Meine Heimat, das Ruhrgebiet, liegt bei nicht wenigen Begriffen auf einer Grenze, wobei hier, im Gegensatz zu z.B. der Sprachgrenze zu Bayern oder zu Österreich der Übergang deutlich weicher ist und ich meist beide Begriffe kenne und regelmäßig höre.

Wie komme ich jetzt darauf? Ich habe gerade an der aktuellen Umfrage (Runde 14) teilgenommen, und da wurde endlich die Frage gestellt, wie man das Waffelhörnchen nennt, in das Speiseeiskugeln gepackt werden und das man, wenn man mit dem Eis durch ist, mit aufisst. Im Ruhrgebiet heißt es allgemein „Hörnchen“. Als ich 2015 nach Hamburg gezogen bin, haben mich die Leute in Eisdielen immer fragend angesehen, wenn ich die Kugeln „im Hörnchen“ bestellt habe. Sie wussten dann nie, ob sie mir das Eis im Becher oder in der „Waffel“ geben sollten.

Und dann ist mir aufgefallen, dass ich hier noch nie über dieses Projekt geschrieben habe, deswegen habe ich das jetzt nachgeholt.

Thimbleweed Park 2

Ron Gilbert hat mit der Entwicklung von Thimbleweed Park 2 angefangen. Thimbleweed Park ist vor etwa 9 Jahren erschienen und hat den Geist von Point-and-Click-Adventures aus den frühen 90ern richtig gut reproduziert. Nun soll es einen zweiten Teil geben, und dazu gibt es auch ein Entwickler-Blog. In einem aktuellen Post beschreibt David Fox, wie die Animationen für Thimbleweed Park 2 erstellt werden, welche Tools sie dafür verwenden, etc. Auch als nicht-Spieleentwickler / nicht-Grafiker ist das ganz interessant zu lesen.

Da es um Animationen ging, waren auch ein paar animierte GIF-Datein in dem Blogpost. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, mal zu schauen, wie viel kleiner eine der Dateien als animiertes WebP wäre. Ergebnis: aus einem 16 kiB GIF wird ein 1,8 kiB WebP:

Animierte Pixel-Art. Agent Ray hält eine Polaroidkamera auf Augenhöhe, der Blitz der Kamera ist in Endlosschleife animiert.

Das Bild ist natürlich urheberrechtlich geschützt, insbesondere legt Ron Gilber auch Wert darauf, dass nichts auf dem Dev-Blog zum trainieren von „AI“ verwendet wird. Mir hat er freundlicherweise erlaubt, das Bild hier zu nutzen.

Erlebnis Sonnenfinsternis: Der Komödie zweiter Teil

Siehe auch:

Wie im ersten Teil berichtet, hatten wir den perfekten Ort zum beobachten der Sonnenfinsternis gefunden. Am 12.8.2026, dem Tag der Sonnenfinsternis, war es zum Horizont hin leicht diesig, aber man konnte die Sonne immer noch gut erkennen. Die Sonne schien auch mit voller Gewalt. Laut Wettervorhersage sollte das so bleiben. Sonnencrème war Pflicht.

Die Sonnenfinsternis sollte hier erst um 19:32 beginnen, die Totalitär würde um 20:28 sein. Wir hatten also Zeit. Trotzdem, um alle Risiken zu vermeiden, haben wir uns früh auf den Weg gemacht: Wir nahmen einen Bus, der um 16:02 in Richtung Llampaya fuhr. Unsere Station war erst die zweite Station, also konnten wir die Abfahrtszeit gut abschätzen (Erinnerung: auf den Plänen steht nur die Abfahrtszeit an der ersten Haltestelle der Linie). Irgendwann waren wir dann in Llampaya, wo wir am Tag zuvor vergeblich die Haltestelle gesucht hatten. Ergebnis: Der Bus hält einfach am Ortseingang, wo die Haltestelle bei Openstreetmap verzeichnet ist, es aber keinen einzigen Hinweis auf die Haltestelle gibt, nicht einmal ein kleines Schild.

Gegen 17:00 Uhr waren wir dann oben auf dem Peña Llampaya. Ich war nocht fertig vom Vortag, eine Mitreisende fühlte sich ein bisschen krank, also blieben wir oben auf dem Gipfel, während der Dritte im Bunde noch ein wenig die Gegend erkundete. Ich schaffte es, das einzige Bisschen Schatten in der Gegend zu finden, meine Mitreisende wickelte sich in eine Decke und schlief. Nach und nach kamen mehr Leute auf den Gipfel.

Ich habe hier noch keine Fotos gemacht, aber ein Foto vom Vortag (schon gesehen im ersten Teil) gibt die Lage recht gut wieder, nur ohne die ganzen Leute:

Zwei ausgeschwärzte Personen sitzen auf felsigem, mit vertrocknetem Gras bewachsenen Untergrund. Es ist sonnig, der Himmel ist blau. Im Hintergrund sind rechts grün bewachsene Hügel, links eine Stadt im Tal und eine grüne, leicht ausgetrocknete Landschaft.

Gegen 18:00 Uhr sahen wir dann eine gewaltige Wolkenfront von Osten auf uns zukommen. Ab 18:40 standen wir mitten in den Wolken, bzw. in dichtem Nebel:

Im Vordergrund mehrere Menschen, die auf einem spärlich bewachsenen Untergrund stehen. Es ist neblig, im Hintergrund kann man noch eine Stadt und einen anderen Hügel erkennen. Die Spitze des Hügels ist schon im Nebel verschwunden.

Man konnte Oviedo noch sehen. Nicht die Hoffnung aufgeben! Oder vielleicht doch. Denn gegen 19:12 war der Nebel noch dichter geworden:

Im Vordergrund mehrere Menschen, die auf einem spärlich bewachsenen Untergrund stehen. Es ist dichter Nebel, man kann nicht weit sehen.

Es wurde nicht besser. Es wurde immer schlechter. Anfangs konnte man Oviedo und die benachbarten Hügel noch sehen (siehe erstes Bild). Später dann schon nicht mehr. Als die Sonnenfinsternis begann, konnte man nicht einmal mehr den Umriss der Sonne erkennen. Selbst Llampaya war nur noch schwer warhzunehmen, und das nur, weil der Nebel / die Wolken nach unten hin dünner wurden.

Selbst die Wetter-Websites gestehen mittlerweile ein, dass es stark bewölkt ist. Auf einer Wetterkarte von Asturien sahen wir klar und deutlich: durch halb Asturien zogen sich die Wolken, in einer klaren Ost-West-Ausbreitung, der Süden von Asturien war komplett klar. Auch die Vorhersage für die nächsten zwei Stunden sah nicht besser aus (tatsächlich ist es bis zu unserer Abreise bewölkt geblieben, was eigentlich auch mal ganz angenehm war). Es wurde ein bisschen dunkler, aber ob das an der Sonnenfinsternis oder an den Wolken lag, war unklar.

Auf dem Gipfel hatte sich mittlerweile eine kleine Tanzparty entwickelt. Die Leute dachten sich, wenn sie die Sonnenfinsternis nicht sehen können, können sie ja wenigstens ein bisschen Spaß haben. Wir begaben uns kurz vor der Totalität ein Stückchen den Pfad hinab, um unser Erlebnis der Sonnenfinsternis nicht von den Klängen von Macarena beeinflussen zu lassen. Die Totalität kam dann sehr schnell. Innerhalb von Sekunden, schneller als jede Dämmerung, wurde es stockfinster. Etwas mehr als eine Minute später wurde es ebenso schnell wieder hell. Es war ein interessantes Erlebnis, aber ich hätte die Sonnenfinsternis doch viel lieber bei klarem Himmel erlebt.

An sich hätte ich den Nebel auf dem Hügel auch sehr schön gefunden. Ich mag dichten Nebel, der die Welt so klein macht. Der Rückweg durch den Nebel, dieses Mal wieder nach Ules (weil in Llampaya um die Uhrzeit kein Bus mehr fuhr) war wie durch eine verzauberte Landschaft. Aber hätten diese Wolken nicht zweieinhalb Stunden später aufziehen können? Nur zweieinhalb Stunden? Vorher war es tagelang klar, nur mit einzelnen Schäfchenwolken. Nachher war es tagelang komplett bedeckt. Zweieinhalb Stunden.

Irgendwo lacht ein Wettergott über unsere Hybris, in der wir glaubten, alles perfekt geplant zu haben.

Flugzeug-Kabinendruckmessung mit Phyphox

In einem Flugzeug, besonders beim Start oder der Landung, merkt man ja schon, dass sich der Druck verändert. Ich bin neulich mal wieder geflogen, um eine Sonnenfinsternis zu erleben und war dann neugierig, wie stark diese Druckänderung ist.

Glücklicherweise sind heutige Smartphones meist mit sehr sensiblen Luftdrucksensoren ausgestattet. So sensibel, dass man damit sogar einen Meter Höhenunterschied messen kann. Mein vorheriges Smartphone hatte zum Beispiel einen. Unglücklicherweise hat mein aktuelles Smartphone (Fairphone 3) keinen solchen Sensor. Das alte Smartphone hat 2020 den Dienst aufgegeben. Das letzte Mal vor diesem Sommer saß ich 2019 in einem Flugzeug. 2019 war mir aber noch nicht bewusst, dass es diesen Sensor in dem Phone überhaupt gab.

Diesen Sensor kann man zum Beispiel sehr gut mit Phyphox auslesen. Das ist eine App für Android oder iOS, die an der RWTH Aachen entwickelt wurde um in der Lehre (sowohl an Schulen als auch an der Uni) ein praktisches Messgerät für viele Physikexperimente zu haben. Es eignet sich aber auch sehr gut, privat die Sensoren zu nutzen und deren Ergebnisse z.B. als CSV zu exportieren. Phyphox steht übrigens für „physical phone experiments“ und wird entsprechend ausgesprochen.

Eine Mitreisende von mir hatte aber ein Phone mit Luftdrucksensor. Ich habe sie überzeugen können, Phyphox zu installieren und während des Flugzeugstarts (und davor) den Luftdruck in der Kabine zu messen:

Luftdruck über Zeit. Bis etwa Sekunde 1750 bleibt der Luftdruck halbwegs stabil bei etwa 950 hPa. Dann gibt es einen kurzen Spike, einen starken Abfall, der sich wieder fängt, danach geht es näherungsweise linear runter bis es etwa bei Sekunde 2600 einen Wert von etwas weniger als 800 hPa erreicht, auf dem der Luftdruck dann konstant bleibt.

Der kleine, kaum sichtbare Bump bei etwa 400 s passierte zu dem Zeitpunkt, an dem die Kabine geschlossen wurde. Diese komische S-Kurve bei Sekunde 1750 war wohl der Start. Nach dem Start geht es dann stetig nach unten, bis der Druck bei einem Minimum angekommen ist. Danach haben wir die Daten exportiert und Phyphox ausgeschaltet.

Zwischendurch wurde das Telefon ab und zu angefasst und bewegt, was die Messung minimal verfälscht haben dürfte, auf dieser Skala ist es aber nicht nennenswert. Außerdem wurde die Messung während wir noch standen für etwa eine Minute unterbrochen (eine Angabe, die Phyphox auch liefert). Die Rohdaten haben ich hier, ich habe nur jeden 12. Datenpunkt genommen, um das Diagramm oben zu zeichnen, weil dadurch die SVG-Datei deutlich kleiner bleibt. Das Diagramm ist mit Gnuplot erstellt, mithilfe dieses Scripts.

Die anderen Daten, die Phyphox aufgezeichnet hat (Metadaten über das Telefon und zu welcher Uhrzeit genau die Messung gestartet/gestoppt wurde) habe ich auch, die lade ich aber aus Datenschutzgründen hier nicht hoch. Grundsätzlich wäre ich auch vorsichtig mit Luftdruckdaten, weil man daraus möglicherweise auch ablesen kann, wann ich gestartet bin (abhängig vom Luftdruck in Madrid). Das Risiko gehe ich hier aber ein.

Rollenspielszenen: Geistersuppe

Rollenspielszene. Die Gruppe hat spontan entschieden, eine U-Bahn-Station zu erkunden, in der es spukt. Niemand ist da, viel ist kaputt, aber alle Speisen sind noch frisch. Rocket Mel isst von einer Nudelsuppe und verschwindet. Nettle spricht mit ein paar Kakerlaken. Diese teilen ihr mit, dass an der Station ein Gott haust, der Menschen in die Geisterwelt zieht und dann ihre Seelen frisst. Die Kakerlaken selbst seien zu insignifikant dafür. Sie haben auch von der Suppe gegessen, aber sie sind noch da und sehen die Geisterwelt sowie die echte Welt gleichzeitig.

Nachdem es Jacksnipe, immernoch blind, auch in die Geisterwelt verschlagen hat (ein fehlgeschlagener Versuch von Tea, die Suppe ungefährlicher zu machen), will Tea jetzt systematisch experimentieren und idealerweise auch mit Jacksnipe kommunizieren. Vielleicht…? Tea wirf ein Walky-Talky in die Suppe. Ohne den gewünschten Erfolg:

Das Walky-Talky ist noch da, aber jetzt ist es kaputt.

Erlebnis Sonnenfinsternis: Der Komödie erster Teil

Siehe auch: der Prolog.

Es ist in dieser Geschichte niemand gestorben oder im realen oder übertragenen Sinne tief gefallen, deswegen bezeichne ich diese Geschichte hier als Komödie. Man könnte auch sagen, dass sich irgendwelche Götter über uns lustig machen wollten. Doch fangen wir am Anfang an. Wir sind zu dritt nach Oviedo, einer Stadt in der nordspanischen Region Asturien, gereist. Dort soll die totale Sonnenfinsternis besonders gut zu beobachten sein.

10. August 2026, zwei Tage vor der Sonnenfinsternis

Wir sind für die totale Sonnenfinsternis nach Oviedo gereist. Die Reise hat den ganzen vorherigen Tag gedauert, deswegen haben wir am 10. August einen relativ ruhigen Tag gemacht. Wir haben eingekauft, ein bisschen die Umgebung erkundet. Und uns natürlich überlegt, von wo wir die Sonnenfinsternis beobachten. Die Idee: Wir fragen bei den allgegenwärtigen Touristeninformationsstellen der Stadt nach, beschaffen uns eine Wanderkarte, suchen uns einen guten, idealerweise angehobenen, Platz zum Beobachten der Sonnenfinsternis aus und erkunden dann am nächsten Tag, ob der Platz tatsächlich brauchbar ist.

Während ich das Essen zubereitete, gingen also meine Mitreisenden (darunter die eine Person von uns, die wenigstens ein bisschen Spanisch sprach) zu den Touristeninfos. Ich war schon lange fertig, bevor sie zurückkamen. Keine der Touristeninformationsstellen war besonders hilfreich. Wanderkarten der Umgebung gab es nicht. Es gab halbwegs nützliche Karten der Stadt, aber keine Information dazu, wo man gut die Sonnenfinsternis anschauen könnte.

Wir haben also bisher nur eine vage Idee, wo wir hingehen wollen. Ein Mitreisender und ich haben uns außerdem einen Park in Ovideo angeschaut. Wir waren ungefähr zu der Zeit da, zu der am 12. August die Sonnenfinsternis stattfinden würde, und man konnte die Sonne zu dieser Zeit von dort aus gut sehen. Es würde allerdings vermutlich sehr voll werden. Wir haben dabei noch einen alten Tunnel durch Oviedo entdeckt, der uns schnell zu unserer Unterkunft zurück brachte. Ein bisschen Stress war also von unseren Schultern genommen: Wir hatten einen Fallback für die Beobachtung der Sonnenfinsternis, falls unsere Suche also kein besseres Ergebnis hatte, mussten wir uns zumindest keine Sorgen machen, keinen Ort zu haben.

Wir entschieden uns dann, unter Konsultation diverser Karten (auch topografischer Karten), es mit dem Peña Llampaya zu versuchen, einem 561 m hohem Felsen. Wir würden einfach am nächsten Tag in einer Buchhandlung eine Wanderkarte kaufen, uns über die Buslinien aufklären lassen (die Websites der Stadt und des örtlichen ÖPNV-Unternehmens waren nämlich nur mäßig hilfreich) und dann eine Probewanderung zum Peña Llampaya machen.

11. August 2026, Tag vor der Sonnenfinsternis

Nach einem ordentlichen Frühstück ging es also auf der Suche nach einer Buchhandlung. Glücklicherweise gibt es davon ein paar. Die erste, am nächsten liegende, war allerdings kein Treffer. Sie lag direkt bei der Kathedrale und hatte hauptsächlich religiöse Literatur und christliche Kinkerlitzchen. Zwar auch ein paar Bildbänder über die Stadt, aber keine Wanderkarten.

Die nächste Buchhandlung war auch eine Niete. Sie war zwar recht groß, aber hatte keine Wanderkarten. Glücklicherweise konnte uns eine Buchhändlerin dort einen Tipp geben: Der Buchladen Librerìa Cervantes könnte Karten haben. Auch dort mussten wir eine Weile suchen, aber dann haben wir Wanderkarten im Maßstab 1:25.000 gefunden, die uns sehr hilfreich waren.

ÖPNV in Oviedo und Umgebung, Teil 1

Am Busbahnhof war es schwierig, Auskunft zu bekommen: Der Busbahnhof war nämlich für Fernbusse. Trotzdem konnte uns dort eine Person behilflich sein und uns sagen, wie wir nach Ules kommen. Abgesehen davon waren wir aber auf die Websites des ÖPNV angewiesen. Und die haben uns mehrere Probleme gemacht:

  1. Es gibt keinen Online-Routenplaner, wie er in deutschen Städten schon seit über zwanzig Jahren üblich ist. Man muss sich seine Route, mit Umsteigen, also manuell heraussuchen
  2. Sind die Zeitangaben für den Plan, den man online (oder an den Bushaltestellen) bekommt, nur für die Abfahrtszeiten an den Starthaltestellen. Wenn man also irgendwo mitten drin einsteigen muss, kann man daraus nicht schließen, wann der Bus in etwa an der Haltestelle sein wird.

Die Bushaltestelle, zu der wir uns begeben haben, hatte glücklicherweise eine elektronische Anzeigetafel für die Ankunft der Busse. Dummerweise war der Bus, den wir nehmen wollten (A2), erst in 44 Minuten kommen sollte. Aber hey, wir können ja den Bus nach Les Campes nehmen und von da aus zu Fuß gehen. Wir sind da nur leider eine Station zu weit gefahren, und mussten ein ganzes Stück an der Straße zurück gehen. Hatte ich erwähnt, dass es sehr sonnig und heiß war?

Die Wanderung

Ab Les Campes war es eigentlich eine schöne Wanderung, die aber erst wirklich gut wurde, als wir in Ules ankamen, von wo aus wir uns in die Hügel schlagen wollten. Dort gab es auch noch eine Quelle, bei der wir unsere Trinkflaschen auffüllen konnten sowie ein paar Leute, die uns mit dem Weg weiterhelfen konnten. Von Ules ist es ein Stückchen bis zum Peña Llampaya, von dort aus aber nur ein Katzensprung zum nächsten Dorf, Llampaya, von wo aus wir den Bus zurück nehmen wollten.

Auf dem Weg gibt es zum Beispiel den Eingang einer verlassenen Eisenmine:

Ein mit Balken abgesützter, nicht sehr hoher Eingang zu einer Höhle, von der man nichts sieht weil sie dunkel ist. Drumherum kleine Pflanzen. Über dem Eingang das Schild „MINA FERRICA LA PASSERA“

Irgendwann kamen wir dann auf dem Peña Llampaya an. Es war sonnig, man hatte eine sehr gute Sicht in alle Richtungen. Schatten gab es aber nicht, obwohl wir ein bisschen Abkühlung gebraucht hätten. Immerhin: Der perfekte Ort, um eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Es war mittlerweile später Nachmittag, ich habe dieses Foto hier mit dem Rücken zur Sonne gemacht. Das hier ist die Richung mit der schlechtesten Aussicht. Da die Sonnenfinsternis um 20:28 ihre Totalität haben sollte, war die Lage optimal.

Zwei ausgeschwärzte Personen sitzen auf felsigem, mit vertrocknetem Gras bewachsenen Untergrund. Es ist sonnig, der Himmel ist blau. Im Hintergrund sind rechts grün bewachsene Hügel, links eine Stadt im Tal und eine grüne, leicht ausgetrocknete Landschaft.

Ich habe auch mal meine Sonnenfinsternisbrille ausprobiert, und auch geschaut, ob ich mit meiner Smartphonekamera (und Sonnenfinsternisbrille vor der Linse) eine Aufnahme der Sonne machen kann. Antwort: Im Prinzip ja, aber:

Eine weiße Ellipse, die nach außen hin zunächst gelb, dann orange wird bis sie schließlich in den dunklen Hintergrund übergeht. Quer durch den weiße Fleck geht eine Linsenreflektion.

Ich weiß nicht, warum das elliptisch aussieht, aber immerhin hat es überhaupt funktioniert. Wir waren uns jedenfalls sicher: das ist der Ort, um die Sonnenfinsternis zu beobachten.

ÖPNV in Oviedo und Umgebung, Teil 2

Der Weg nach Llampaya war, wie auf der Karte verzeichnet, kurz. Doch in Llampaya war keine Bushaltestelle. So schien es zumindest. Zwar ist auf Openstreetmap eine am Ortseingang eingezeichnet, und auch die öffentliche Karte verzeichnete eine Haltestelle (eher in der Ortsmitte, aber diese Karte war auch ungenau). Das war schlecht, denn unser Plan war, zur Sonnenfinsternis den Bus nach Llampaya zu nehmen (Linie O2, die auch im Plan stand), und auf dem Hinweg den kurzen Weg zum Peña Llampaya zu nehmen. Auf dem Rückweg würden wir dann nach Ules laufen müssen, weil der Bus in Llampaya nicht mehr so spät fährt. Für diesen Tag aber war es eigentlich noch früh genug. Aber wie soll man einen Bus nehmen, wenn man die Bushaltestelle nicht findet?

Wir sind dann notgedrungen zum nächsten Dorf gelaufen. Auch dort war eine Haltestelle verzeichnet, auch dort war keine Haltestelle in Sicht. Nicht einmal ein kleiner Hinweis, dass ein Bus dort halten könnte, von einem großen Schild oder gar einem Wartehäuschen ganz zu schweigen. Also weiter an der Straße entlang nach Ules. Mittlerweile fingen bei mir Kopfschmerzen an, vermutlich wegen der Hitze. In Ules angekommen, konnten wir über das Dorf hinwegsehen, das in einem Tal lag, und sahen auf der anderen Seite unseren Bus abfahren. Ein paar Minuten später, an der Bushaltestelle, bestätigten wir, dass es tatsächlich unser Bus war. Also noch einmal 50 Minuten warten, bis der nächste Bus kam.

Immerhin: Wir hatten einen guten Ort, um am nächsten Tag die Sonnenfinsternis zu beobachten, und einen Plan, wie wir dorthinkamen. Wir wollten rechtzeitig aufbrechen, falls der Bus nach Llampaya doch nicht existierte, aber die Wettervorhersage war gut und wir konnten erwarten, dass unserer Beobachtung der Sonnenfinsternis nichts im Weg stand. What could possibly go wrong?

Was schief gehen kann, erfahrt ihr im zweiten Teil.