Meine Lieblingscomputerspiele in meiner späten Kindheit bzw. aus meinen frühen Teenager-Jahren war die „Siedler“-Reihe von Blue Byte. Ich habe damals mit Siedler II angefangen, das ich mir von einem Freund kopiert habe (jaja, nicht ganz legal). Dieses Aufbauen, besonders aber auch den kleinen Männchen dabei zuzusehen, wie sie Waren durch die Gegend tragen oder ihr Handwerk verrichteten (Bäumefällen, Bäume pflanzen, Bretter sägen, Steine schlagen Grundstücke planieren, Häuser bauen, etc) hat mich begeistert.
Mit Siedler III, das mir ein Schulfreund (noch in der Grundschule) vorgestellt hat, ging es dann weiter. Man musste keine Straßen mehr bauen (alte Fans haben sich beklagt, mir war das egal), die Siedler konnten sich innerhalb der Siedlung frei bewegen, aber das Grundprinzip war das Gleiche. Später ging es dann mit Siedler IV weiter, das an vielen Stellen Siedler III recht ähnlich war. Siedler IV habe ich dann als erstes Spiel mit Freunden über ein lokales Netzwerk gespielt (wir haben kleine LAN-Parties mit zwei bis fünf Teilnehmern veranstaltet). Manchmal haben wir uns bekämpft, manchmal aber einfach nur Siedlungen aufgebaut, die möglichst schön sein sollten.
Mit „Die Siedler – Das Erbe der Könige“ schlug die Reihe einen ganz anderen Weg ein. Weg von hunderten wuselnden Siedlern. Weg von langen Produktionsketten und dutzenden von Gütern. Weg vom hin- und hertransportieren von Sachen. Es war einfach nur noch ein generisches Strategiespiel, der Wuselfaktor, der eigentlich interessante Teil des Spiels, ging für mich verloren.
Ich glaube, was mich an der Siedler-Reihe so begeisterte war das Aufbauen einer großen Siedlung. Leider ging es am Ende in fast allen Missionen darum, am Ende effizient eine große Armee aufzustellen und in die Schlacht zu schicken. Und wenn man das geschafft hatte, war die Karte durch und man konnte auf der nächsten Karte wieder anfangen.
Ich glaube das ist es, was mich heute noch an Spielen wie Minecraft, Dwarf Fortress, Satisfactory usw. begeistert: Dort baut man sich Sachen um des Aufbauens willen auf und kann so lange Spielen, bis man keine Lust mehr hat. Trotzdem haben die Siedler immer einen Platz in meinem Herzen.
Wie komme ich jetzt darauf? Gestern habe ich diesen aktuellen Post gefunden, in dem jemand Die Siedler III lobt. Auch 28 Jahre nach Erscheinen dieses Spiels gibt es immer noch Leute, die sich mit Freude an dieses Spiel zurückerinnern.