Eigentlich wollte ich heute einen Artikel zu meinem Bloglinkprojekt schreiben, Ich war noch nicht sicher, worüber, denn ich hatte auf zwei Blogs interessanter Artikel zu sehr unterschiedlichen Themen gefunden.
Stimmungsmäßig völlig aus der Bahn geworfen hat mich aber der Besuch einer Person, die sich als Telekommitarbeiter ausgab. Nennen wir diese Person mal „der Vertreter“. Der Vertreter hat bei mir geklingelt und mir erzählt, dass irgendwelche Leitungen hier in der Straße jetzt auf Glasfaser umgeschaltet werden, was mein Haus zwar noch nicht direkt betreffe, aber irgendwas mit Geschwindigkeit blablabla. Ich dachte zunächst, der will mich auf eine mögliche Störung nächste Woche vorwarnen.
Aber da war es noch lange nicht zu Ende. Der Vertreter fing an, davon zu erzählen, dass die Telekom jetzt meinen Vertrag übernähme. Ich sagte, mein Internetprovider (nicht die Telekom) hätte mir davon nichts gesagt. Der Vertreter meinte, das ginge meinen Provider ja auch nichts an, die Leitung gehöre ja der Telekom. Nun ist das zwar nicht ganz falsch, immerhin gehören die letzten Meter zum Haus hier tatsächlich der Telekom. Aber meinen Provider geht das sehr wohl etwas an, immerhin habe ich keinen direkten Vertrag mit der Telekom, sondern mit meinem Provider (der dann einen Vertrag mit der Telekom habe).
Der Vertreter meinte, ich würde dazu auch noch per Post Informationen kriegen, und per E-Mail, und einen Anruf, usw. Ich war weiterhin skeptisch, was ihn irgendwann dazu brachte, ein bisschen pampig zu werden und zu sagen, ich würde es „einfach nicht raffen“. Ich antwortete, dass ich das in der Tat nicht raffen würde. Irgendwann habe ich ihm dann die Tür gezeigt.
Danach habe ich bei meinem Provider angerufen. Das war auch eine Tortur für sich, inklusive „wenn es um Ihren Vertrag geht, drücken Sie bitte die 1“, Eingaben von Kundennummer per Telefon (und wenn man da nur einen Moment zögert, weil man die nächste Ziffer nachschlägt, bricht der Anruf ab und man darf wieder von vorne begonnen) und nerviger Warteschleifenmusik. Dann kam aber ein höflicher Vetragssupport-Mitarbeiter an die Leitung, dem ich mein Erlebnis schilderte.
Der Telefonsupport konnte dann sehr schnell feststellen, dass
- sich an meinem Vertrag nichts ändert
- mein Provider keine Änderungen an der Leitung vornimmt
- auch die Telekom keine Änderungen an meiner Leitung vornimmt
- der Vertreter vermutlich ein Vertragsdrücker sei
- ich beim nächsten Mal direkt nach dem Telekom-Ausweis des Vertreters fragen solle, dann machen sich Betrüger meist schnell vom Acker
Das hat meine Vermutung bestätigt. Das war ein Betrüger, der mir eiskalt ins Gesicht gelogen hat. Ein Bekannter hat mir mal geraten: Der Satz „Ich erteile Ihnen hiermit Hausverbot“ bei solchen Leuten Wunder wirkt. Und ja, man kann das auch als Mieter machen. Habe ich in diesem Fall aber nicht gemacht, weil ich mir nicht sicher war, ob da nicht doch irgendetwas dran war.
Wie dem auch sei: Wenn bei euch irgendwelche Leute klingeln und behaupten, dass euer Internetvertrag jetzt von ihnen übernommen wird, seit sehr skeptisch, gebt keine unnötigen Informationen heraus (mea culpa) und lasst die Person nicht in eure WOhnung. Erkundet euch im Zweifelsfall bei eurem eigentlichen Anbieter, was es damit auf sich hat. Grundsätzlich hatten sich echte Telekomtechniker bei mir immer vorher angemeldet, im Gegensatz zu diesem Vertreter.
Die ganze Geschichte hat mich unglaublich Nerven gekostet. Es ist nicht leicht, einer Person, die ganz vernünftig und höflich argumentiert und scheinbar auch nur ihren Job machen möchte, konsequent „nein“ zu sagen. Ob das jetzt eine Vertreter ist, ein Zeuge Jehovas, eine Oberpsychotherapeuthin, die dir Globuli gegen deine Erkältung andrehen will oder wer auch immer. Ich bin jetzt fix und fertig, obwohl ich weiß, dass ich im Recht war.