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Wie im ersten Teil berichtet, hatten wir den perfekten Ort zum beobachten der Sonnenfinsternis gefunden. Am 12.8.2026, dem Tag der Sonnenfinsternis, war es zum Horizont hin leicht diesig, aber man konnte die Sonne immer noch gut erkennen. Die Sonne schien auch mit voller Gewalt. Laut Wettervorhersage sollte das so bleiben. Sonnencrème war Pflicht.
Die Sonnenfinsternis sollte hier erst um 19:32 beginnen, die Totalitär würde um 20:28 sein. Wir hatten also Zeit. Trotzdem, um alle Risiken zu vermeiden, haben wir uns früh auf den Weg gemacht: Wir nahmen einen Bus, der um 16:02 in Richtung Llampaya fuhr. Unsere Station war erst die zweite Station, also konnten wir die Abfahrtszeit gut abschätzen (Erinnerung: auf den Plänen steht nur die Abfahrtszeit an der ersten Haltestelle der Linie). Irgendwann waren wir dann in Llampaya, wo wir am Tag zuvor vergeblich die Haltestelle gesucht hatten. Ergebnis: Der Bus hält einfach am Ortseingang, wo die Haltestelle bei Openstreetmap verzeichnet ist, es aber keinen einzigen Hinweis auf die Haltestelle gibt, nicht einmal ein kleines Schild.
Gegen 17:00 Uhr waren wir dann oben auf dem Peña Llampaya. Ich war nocht fertig vom Vortag, eine Mitreisende fühlte sich ein bisschen krank, also blieben wir oben auf dem Gipfel, während der Dritte im Bunde noch ein wenig die Gegend erkundete. Ich schaffte es, das einzige Bisschen Schatten in der Gegend zu finden, meine Mitreisende wickelte sich in eine Decke und schlief. Nach und nach kamen mehr Leute auf den Gipfel.
Ich habe hier noch keine Fotos gemacht, aber ein Foto vom Vortag (schon gesehen im ersten Teil) gibt die Lage recht gut wieder, nur ohne die ganzen Leute:

Gegen 18:00 Uhr sahen wir dann eine gewaltige Wolkenfront von Osten auf uns zukommen. Ab 18:40 standen wir mitten in den Wolken, bzw. in dichtem Nebel:

Man konnte Oviedo noch sehen. Nicht die Hoffnung aufgeben! Oder vielleicht doch. Denn gegen 19:12 war der Nebel noch dichter geworden:

Es wurde nicht besser. Es wurde immer schlechter. Anfangs konnte man Oviedo und die benachbarten Hügel noch sehen (siehe erstes Bild). Später dann schon nicht mehr. Als die Sonnenfinsternis begann, konnte man nicht einmal mehr den Umriss der Sonne erkennen. Selbst Llampaya war nur noch schwer warhzunehmen, und das nur, weil der Nebel / die Wolken nach unten hin dünner wurden.
Selbst die Wetter-Websites gestehen mittlerweile ein, dass es stark bewölkt ist. Auf einer Wetterkarte von Asturien sahen wir klar und deutlich: durch halb Asturien zogen sich die Wolken, in einer klaren Ost-West-Ausbreitung, der Süden von Asturien war komplett klar. Auch die Vorhersage für die nächsten zwei Stunden sah nicht besser aus (tatsächlich ist es bis zu unserer Abreise bewölkt geblieben, was eigentlich auch mal ganz angenehm war). Es wurde ein bisschen dunkler, aber ob das an der Sonnenfinsternis oder an den Wolken lag, war unklar.
Auf dem Gipfel hatte sich mittlerweile eine kleine Tanzparty entwickelt. Die Leute dachten sich, wenn sie die Sonnenfinsternis nicht sehen können, können sie ja wenigstens ein bisschen Spaß haben. Wir begaben uns kurz vor der Totalität ein Stückchen den Pfad hinab, um unser Erlebnis der Sonnenfinsternis nicht von den Klängen von Macarena beeinflussen zu lassen. Die Totalität kam dann sehr schnell. Innerhalb von Sekunden, schneller als jede Dämmerung, wurde es stockfinster. Etwas mehr als eine Minute später wurde es ebenso schnell wieder hell. Es war ein interessantes Erlebnis, aber ich hätte die Sonnenfinsternis doch viel lieber bei klarem Himmel erlebt.
An sich hätte ich den Nebel auf dem Hügel auch sehr schön gefunden. Ich mag dichten Nebel, der die Welt so klein macht. Der Rückweg durch den Nebel, dieses Mal wieder nach Ules (weil in Llampaya um die Uhrzeit kein Bus mehr fuhr) war wie durch eine verzauberte Landschaft. Aber hätten diese Wolken nicht zweieinhalb Stunden später aufziehen können? Nur zweieinhalb Stunden? Vorher war es tagelang klar, nur mit einzelnen Schäfchenwolken. Nachher war es tagelang komplett bedeckt. Zweieinhalb Stunden.
Irgendwo lacht ein Wettergott über unsere Hybris, in der wir glaubten, alles perfekt geplant zu haben.