Als ich neulich mein online-Kochbuch angelegt habe, habe ich u.a. ein Käsekuchenrezept eingepflegt. Dieses Käsekuchenrezept stammt aus diesem Buch:

Es sieht ein bisschen alt, zerfleddert und vergilbt aus. Das liegt daran, dass es älter ist als meine Mutter. Dieses Exemplar stammt nämlich aus der zweiten Auflage, 1952. Es gehörte meiner Oma, die es an meine Mutter vererbt hat.
Mein erstee Gedanke beim Namen „Dr. Oetker“ sind natürlich Fertigprodukte für die Küche. Also hätte ich erwartet, dass dieses Kochbuch eine große Werbeanzeige für Dr. Oetker ist. Das ist aber nicht so. Zugegeben, hin und wieder werden Dr. Oetker-Produkte in Rezepten verlangt (z.B. in dem Käsekuchenrezept, das unter dem Namen „Quarktorte“ in dem Buch zu finden ist). Ein paar der Produkte gibt es heute nicht mehr, und die heutigen Ausgaben ersetzen sie auch durch andere Zutaten. Das von mir eingepflegte Käsekuchenrezept ist an heutige Bedingungen angepasst, kommt ohne Dr. Oetker klar und funktioniert trotzdem sehr gut.
Aber dieses Kochbuch ist tatsächlich ein Standardwerk der häuslichen Küche. Wikipedia hat einen ganzen Artikel dazu. Es enthält nicht nur Rezepte, sondern bildet auch ein solides Fundament im Kochen zu lernen. Wikipedia beschreibt auch die Änderungen, die das Buch seit der Erstausgabe 1911 erlebt hat. Über die Nazifizierung, die Entnazifizierung, eine Doppelausgabe separat für Gas- und Elektroherde 1952 (das hier ist offensichtlich für Elektroherde), verschiedene Ernährungstrends in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zu heutigen Ausgaben.
Und das Exemplar meiner Mutter ist jetzt über 70 Jahre alt und taugt immer noch. Drei Generationen meiner Familie haben es benutzt, und ich habe damit Käsekuchen gemacht.