Ich habe neulich den Podcast „Deutschland 33/45 gefunden (über den Deja-vu Geschichte-Podcast). Darin wird detailliert die Politik und die Gesellschaftlichen Begebenheiten des Nazi-Regimes in Deutschland in chronologischer Reihenfolge erzählt. Ich bin in diesem Podcast immer noch im Jahr 1933, und der Podcast behandelt die Machtübernahme deutlich detaillierter als es z.B. in der Schule durchgenommen wird.
Jedenfalls wird dort auch beschrieben, wie die Nazis (sehr) schnell ihre Leute überall eingesetzt haben, in der Polizei, in den Regierungen, in Ämtern, an Unis. Und diese Strategie verwenden Demokratiefeinde heute noch. Man kann zum Beispiel in die USA unter Trump schauen. Natürlich trifft Trump nicht auf die gleiche Situation die Hitler, und kann damit auch nicht ganz so schnell und ohne großen Widerstand seine Demokratiezerstörung umsetzen. Aber gewisse Ähnlichkeiten gibt es doch: Einschießen auf ein Feindbild, Beschwichtigungen, damit einiges nicht so schlimm ausgeht, Wortbrüche immer und immer wieder, Verbreitung von Bullshit, und so weiter.
Aber wir müssen nicht einmal nach Amerika schauen. Auch hier in Deutschland haben wir eine rechtsextreme Partei, die in den Umfragen katasrtophal gut abschneidet (als „erschreckend gut abschneiden“ würde ich schon alles über 1% bezeichnen, aber die sind mittlerweile im zweistelligen Bereich).
Und wie dieser Artikel hier darlegt, wird die AfD auch nicht zögern, „Reinigungsaktionen“ durchzuziehen. In Sachsen-Anhalt plant sie demnach, falls sie an die Regierung kommt, missliebige Beamte zu versetzen, Demokratieprojekten, Flüchtlingshilfe und queeren Organisationen de Geldhahn zuzudrehen, usw. Und es wird nicht laut, sondern leise. So wie die Nazis Anfang 1933 ihren Extremismus heruntergespielt haben, so wird es auch die AfD tun. So wie die Nazis 1933 Menschen „in Schutzhaft“ nahmen und „kommunistische Terroristen“ verfolgten, so wird auch die AfD einen Weg finden, das alles als glorreiche Errungenschaft ihrer Politik darzustellen.
Und ebenso wie bei den Nazis, ebenso wie bei Trump, kann niemand sagen, dass man das vorher nicht wissen konnte. Alle haben während ihres Wahlkampfes immer wieder angekündigt, was sie machen werden. Man sollte nicht viel glauben, was die AfD erzählt, aber hier sollte man es glauben. Auch wenn sich AfD-Politiker oft weniger extremistisch äußern und die extremistischen Forderungen herunterspielen, so sind sie doch Kern des Parteiprogramms, und Lippenbekenntnisse, dass das ja alles nicht stimmen würde, sind eben nicht mehr als Lippenbekenntnisse.