Stranger Than Usual

Alex: “It's a cold and miserable country.”
Ellis: “Well it was a cold and miserable country.”
Alex: “Now it's just a miserable country.”

Worst Premade Ever

39C3: Sonstiges

So, das hier wird vorerst der letzte Post zum 39C3. Ich habe zwar noch zwei bis drei kleine Themen auf Lager, aber dafür muss ich erst einmal von anderer Seite Input kriegen.

Ich wollte noch ein paar Eindrücke, Erfahrungen und Ähnliches vom 39C3 posten. Dinge, die sonst nirgendwo hereingepasst haben. Das kommt jetzt.

Glatteis

Besonders an Tag 0, wo ich noch nicht auf dem Congress war, sondern erst abends in Hamburg angekommen bin, aber auch an den folgenden Tagen war es draußen sehr glatt. Die Art von Glätte, bei der der Boden nur feucht aussieht, aber gefährlich rutschig ist. Ich habe den Tag über schon Glättewarnungen auf Mastodon gesehen. In Hamburg angekommen war ich also vorgewarnt. Ich habe, beladen mit zwei schweren Taschen, nur kleine Schritte gemacht. Das hat eine Ewigkeit gedauert, aber ich bin sicher angekommen.

Damit sich auch sonst niemand verletzt, gab es auch dem Congress auch Warnhinweise, wie zum Beispiel diesen hier:

Ein Aushang mit der Überschrift „C3GLATTEIS“. Darunter zwei Pinguine, die sich an den Flossen/Flügeln halten, mit dem Satz „Bitte Händchenhalten“

Assembly-Haltestellen

Die Schilder für die Assemblies waren dieses Mal im Stil von Bushaltestellenschildern:

Zwei Schilder, die wie Bushaltestellenschilder aussehen. Sie sind beschriftet mit „Chaosdorf Düsseldorf“ und „Blackhoodie“. Im Hintergrund sind weitere solcher Schilder.

Sampleflut

Analog zu Pixelflut gab es dieses Jahr auch Sampleflut. Anstelle auf einen Canvas zu schreiben schreibt man hier in einen Audiobuffer, der dann abgespielt wird. Ich selber habe es aber nicht gespielt.

Coaxolotl

Bei einer Assembly gab es verschiedene Kreaturen, die aushingen. Darunter dieser Coaxolotl (das Licht war komisch, ich habe die Farben nachträglich angepasst, damit man mehr erkennt):

Eine Zeichnung eines Axolotl mit einem Koaxialstecker als Kopf, mit der Überschrift: „It's a COAXOLOTL“

Die anderen Kreaturen habe ich nicht fotografiert.

Creaturedex

Nach und nach tauchten auch andere Kreaturen auf. Sie hatten einen RFID-Chip und man konnte sie scannen, um seinen Creaturedex zu vervollständigen. Das Schöne: Jeder konnte Kreaturen hinzufügen. Ich habe das Spiel nicht gespielt, aber wenn es nächstes Jahr wieder so etwas gibt, möchte ich es mal ausprobieren.

Cheat Sheet

Der Congress ist immer etwas unübersichtlich. Glücklicherweise gab es ein cheat sheet:

Ein Aushang, betitelt „39C3 CHEAT SHEET“. Das Diagramm darauf zeigt eine wirre Anordnung von Treppen, roten Pfeilen und seltsamen Symbolen, dazwischen Labels wie „Heaven“, „Cloakroom“ oder „CERT“.

Gestickte Karte

Es gab aber auch ernsthaft hilfreiche Informationen. So gab es zum Beispiel eine gestickte Karte für Sehbehinderte:

Eine gestickte Gebäudekarte. Unterschiedliche Bereiche sind unterschiedlich schraffiert oder überhaupt nicht bestickt.

Eine interessante Geschichte dazu habe ich erst auf der Closing Ceremony erfahren: Das c3tactile-Team hatte alles Mögliche mitgebracht, aber die 3D-Gebäudekarte vergessen. Da ist dann eine Assembly mit Stickmaschine in die Bresche gesprungen und hat einfach gestickte Pläne gemacht, die man mit den Händen lesen kann.

Vehikel

Es ist kein vollständiges Chaosevent, wenn nicht zumindest eine Person mit einem schrägen, selbstgebauten Vehikel herumfährt. Sei es ein Matekasten, ein Sessel oder ein Landkajak. Dieses Jahr war es ein recht einfaches Gefährt:

Eine Person im Schneidersitz auf einem Vehikel aus Aluminiumprofilrahmen. In der Hand hält sie einen Videospiel-Controller. Am Rahmen des Vehikels sind LEDs angebracht, der Boden ist blau/rot/violett beleuchtet.

Immerhin weiß ich jetzt, dass diese Aludinger mir den Rillen „Aluminiumprofilrahmen“ heißen.

Klopferlight

Ein weiterer häufiger Gast auf Chaosevents sind LED-Matrizen in irgendeiner Form. In diesem Fall wurden kleine Schnapsfläschchen (der Marke „Klopfer“) verwendet:

Eine Matrix aus Fläschchen, mit den Flaschenböden nach vorne. Die meisten Flaschen sind dunkel, ein paar sind in verschiedenen Farben beleuchtet. Darunter ein Ausdruck mit der Aufscrift „Klopferlight“ und einem QR-Code.

Diese Installation heißt passenderweise Klopferlight. Der Hacker, der das gemacht hat hat direkt zwei davon gebaut, man kann auf denen auch kompetitiv Tetris spielen. Er hat auch nicht alle 400 Klopferflaschen ausgetrunken, er hat sich einfach eine größere Menge davon ohne Füllung gekauft.

Creature ChroniCles

Dann gab es das Creature ChroniCles-Projekt. Das hat am Anfang für ein bisschen Wirbel gesorgt, wegen der Foto-Policy (keine Fotos von Personen ohne explizite Einwilligung). Das Projekt lässt sich aber sicher auch mit der Fotopolicy durchführen. Die Idee war: Hacker_innen fotografieren und dann die Körper mit allen möglichen interessanten Kreaturen übermalen, so dass man die Person nicht erkennt.

Am Ende sind nur ein paar Bilder herausgekommen. Ich würde mich aber für dieses Projekt fotografieren lassen :)

Pacman-Bar

Ein paar Sachen waren auch im Klassichen Geek-Stil dekoriert, wie z.B. dieser Bartresen:

Ein Bartresen. Auf der Vorderseite ist ein Pacman-Labyrinth abgebildet.

Das war's

Damit ist die Reihe von Posts über den 39C3 auf diesem Blog fast abgeschlossen. Mir hat der Congress dieses Mal außerordentlich gut gefallen und ich hoffe, ich kann auch nächstes Jahr wieder dabei sein.

39C3: Klacker

An Tag 1 auf dem 39C3 ist mir dieser Aushang untergekommen:

Grand Trunk – Der Beginn | nomis | Grand Trunk ist eine Installation. Mit Hilfe von Technik kann eine optische Nachricht vo einem Punkt zum anderen Geschickt werden. Optisch bedeutet, dass etwas sichtbar ist. Diese Technik nennt man Optische Telegrafie. Das gibt es schon seit sehr langem. Hier werden Klappen als optisches Signal benutzt Die Installation ist inspiriert von einer Fantasy Buchreihe[sic]. Die Buchreihe sind die Scheibenwelt-Romane vom Autor Terry Pratchett.

Nun bin ich ein großer Fan von Terry Pratchett und den Scheibenweltromanen. Die Klacker (wie die einzelnen Geräte genannt werden, weil sie wegen der sich öffnenden und schließenden Klappen ständig klappern) kenne ich natürlich. Der „Grand Trunk“ ist in der deutschen Übersetzung der „Große Strang“, das Netzwerk dieser Klacker bzw. die Firma, die sie betreibt.

Das einzige Problem: Da stand kein Klacker. Naja, es war Tag 1, vielleicht kommt ja noch etwas. Und tatsächlich: An Tag 4 standen dort dann zwei Kästen, bei einem bewegten sich auch die Klappen:

Ein schwarzer, quaderfärmiger Kasten. An der Vorderseite sind drei mal drei in der Mitte rotierende Klappen angebracht. Sieben dieser Klappen sind offen, so dass man das helle Innere des Kastens sehen kann.

Was man auf dem Bild nicht sieht: Oben auf dem Kasten ist noch eine Kamera angebracht.

Wirklich viel passiert ist da aber nicht. Später am Tag habe ich dann die Person erwischt, die das aufgestellt hat (Nickname „nomis“). Nomis hat mir erzählt, dass er nicht ganz fertig geworden ist, und dass er noch eine Weile daran arbeiten wird. Bis zum nächsten Congress sei es auf jeden Fall fertig, aber ob er da noch einen Stellplatz bekommt, sei dahingestellt.

Ich jedenfalls hoffe sehr, dass er den bekommt, denn ich möchte das Ding gerne in Betrieb sehen. Ach ja: Die Klacker sind auch die Inspiration für GNU Terry Pratchett.

Digital Independence Day: Moved to Codeberg

Heute ist der erste Digital Independence Day (ich hatte letzte Woche schon davon berichtet). Wird das was bringen? Ich weiß es nicht, aber ich probier das einfach mal aus.

Für heute habe ich das Repo dieses Blogs von Github nach Codeberg verschoben. Dazu habe ich mir auch einen Account auf Codeberg eingerichtet, was es für mich einfacher macht, zukünftige Entwicklungen auf Codeberg zu machen. Ich habe nicht alle meine Repos migriert, aber das Blog-Repo ist mit Abstand das meistbenutzte davon. Meinen Github-Account behalte ich auch, weil viele andere Projekte über Github laufen, wenn ich da also etwas einreichen möchte, brauche ich Github.

Warum weg von Github?

Github war eigentlich eine gute Software. Was mich immer gestört hat war, dass die dahinterliegende Software keine freie Software ist. Nachdem Github 2018 von Microsoft aufgekauft wurde, war ich schon ein bisschen besorgt. Viele sind damals schon z.B. zu Gitlab gewechselt. Ich habe das Repo bei Github behalten. Wenn es zu nervig wird, konnte ich ja immer wechseln, ich benutze ja keine speziellen Github-Funktionen.

Dieses „wenn es zu nervig wird“ war nie ganz erreicht, auch wenn Github auf anderen Projekten wohl massiv mit LLM-Agenten genervt hat. Für mich selber hat es den Digital Independence Day gebraucht, um zu einer freien Alternative zu wechseln.

Warum nicht Gitlab?

Die Gitlab-Software steht zwar unter einer freien Lizenz (zum Selbsthosten), aber gitlab.com ist mir in der Vergangenheit negativ aufgefallen. Selber hosten möchte ich nicht, also wurde es Codeberg, das mit der ebenfalls freien Software forgejo läuft.

Fazit

Es ist nur eine Kleinigkeit, aber sie öffnet für mich ein paar Türen, weiter von Github bzw. Gitlab wegzukommen. Für alle anderen: Überlegt doch mal, was ihr zum nächsten Digital Independence Day macht. Das ist immer der erste Sonntag im Monat, der nächste ist also am 1. Februar.

Und wenn ihr wollte, dass die freien Alternativen auch durchhalten, überlegt doch mal, ob ihr nicht spenden wollt. Für Codeberg zum Beispiel kann man hier spenden.

39C3: Der richtige Daniel

Auf dem 39C3 sind mir auch zwei handgemalte Aushänge untergekommen von einer Person, die einen Daniel suchte. Halt, nein, nicht irgendeinen Daniel, es musste der richtige sein:

Ein Papieraushang, handgemalt mit einem pinken Textmarker. Die Überschrift ist „Daniel Supremacy“, darunter ein Dreick ähnlich der Ernährungspyramide, mit vier Stufen. In der untersten Stufe steht nur „1.80 m“. In den Stufen darüber kommen „black glasses“, „cat ears“, „yelloy cat ears“ und „can cook soup“ dazu. Darunter steht „I AM LOOKING FOR DANIEL I CANNOT FIND HIM

Der zweite Aushang hatte sogar ein Phantombild:

Ein Wanted-Poster, handgemalt mit pinkem Textmarker. Gesucht ist Daniel. Eine Comic-Skizze von Daniel mit Brille und Katzenohren (zusätzlich zu Menschenohren, dazu die Beschriftungen „mag evtl. Züge?“, „gelbe Katzenohren“, „hat Aura“, „schwarze Brille“ und „ca. 1.80 m“. Unter der Zeichnung ist eine Telefonnummer für Hinweise und der Schriftzug: „REWARD: „Eyeliner auftragen o.ä.“

Ich habe keine Ahnung, was das war, aber ich hoffe, dass die suchende Person ihren Daniel gefunden hat.

Trumps Krieg gegen Venezuela

Jetzt ist es soweit: Trump hat einen Krieg gegen Venezuela angefangen und Präsident Maduro entführt. Ich habe nicht viel Ahnung von Völkerrecht, aber das war vermutlich völkerrechtswidrig.

Ich sehe da einige Parallelen zu Bush und dem Irak-Krieg. Hussein war Diktator. Maduro ist (war?) Diktator. Ein Konflikt hat sich über längere Zeit angebahnt, und die USA haben einen völkerrechtswidrigen Angriff auf ein anderes Land geführt. Ein Land, dass Ölreserven hat.

Es gibt natürlich Unterschiede. Damals hat die US-Regierung noch als Feigenblatt angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak angeführt. Zwar mit einer gefälschten Beweislage, aber immerhin haben sie gemeint, sich rechtfertigen zu müssen. Trump ist da ganz schamlos. Er versenkt / ermordet erst einen Haufen mutmaßlicher Drogenschmuggler (anstatt sie zu verhaften und vor Gericht zu stellen). Er beschlagnahmt unter Fadenscheinigen Argumenten venezuelanische Tanker. Und jetzt greift er halt an. Würde mich nicht wundern, wenn er das auch als „militärische Spezialoperation“ und nicht als Krieg deklariert, so wie Putin mit seinem Krieg gegen die Ukraine.

Ich habe keine Sympathien für Maduro, aber Trump, der sich immer als Friedensbringer darstellt ist eine echte Gefahr für den Weltfrieden.

39C3: Der Fahrplan-Fahrplan

Ab Tag 2 gab es auf dem 39C3 Aushänge dieser Art zu sehen:

Ein gelber Papieraushang. Er sieht so aus wie die Abfahrtsfahrpläne der Deutschen Bahn, enthält aber die Termine für Talks und Workshops.

Das ist natürlich in mehrere Hinsicht lustig. Zum einen heißt das Programm des 39C3 traditionell „Fahrplan“. Zum Anderen ist es einfach verdammt gut gemacht.

Ich habe mal nachgefragt, und es gibt tatsächlich ein Script, mit dem man einen solchen Fahrplan erstellen kann. Erste commits irgendwann an Tag 2. Ich vermute, das ist recht spontan entstanden. Das Script gibt keinen gelben Hintergrund, man muss das also auf gelbem Papier ausdrucken oder ein bisschen mit Farben und Transparenzen herumspielen.

Ein Screenshot eines Fahrplans wie oben, mit weißem Hintergrund

Wenn man seine Daten im richtigen Format hat, kann man das also für alle möglichen Zeitpläne machen. Ich liebe diese Community.

39C3: Primzahlen

Eine schöne Sache an den CC-Congressen sind ja die humorvollen Aushänge. Manchmal gibt es aber auch wichtige Aushänge (Fotos sind dank schlechter Beleuchtung leider etwas unscharf):

Ein Papieraushang: „Free Prime Numbers – For all your cryptography and math nerding needs!!!“. Darunter ein paar griechische Buchstaben: π, τ und Σ. Darunter sind Abreißzettel mit aufgedruckten Zahlen.

Wie das so geht, waren die kostenlosen Primzahlen schnell aus, und an Tag 2 gab es schon kostenpflichtige Primzahlen:

Zwei Papieraushänge übereinander. Zunächst der gleiche wie oben, aber alle Primzahlen sind schon abgerissen. Darunter: „Paid Prime Numbers – Got premium numbers for all your cryptography and math needs“, mit einem hämisch grinsenden Smiley und mehreren Abreißzetteln mit der Aufschrift „5 digits, 0.5€“

Ist es opportunismus eines Konkurrenzanbieters? Enshittification des Originalanbieters? Oder hat vielleicht jemand die kostenlosen Primzahlen verbraucht, um jetzt welche für Geld verkaufen zu können? So oder so, es ist ein Skandal. 50 cent für eine fünfstellige Primzahl, wo es vorher 45-stellige Primzahlen umsonst gab! Glücklicherweise gab es eine Gegenbewegung:

Ein ähnlicher Papieraushang mit der Aufschrift „Random Prime Number Emergency Supply“. Der rest ist zu unscharf, um ihn zu lesen, aber alle Abreißzettel sind auch schon abgerissen.

Das Bild ist leider ein bisschen unscharf, aber die Idee ist klar. Etwa zur selben Zeit stellte sich auch heraus, wo die „Free Prime Numbers“ abgeblieben waren:

Ein Papieraushang ähnlich dem ersten Aushang, allerdings mit dem Titel „Captive Prime Numbers“. π, τ und Σ sind hinter Gittern dargestellt. darunter der Satz „LET THEM OUT!!!! TAKE A KEY, und darunter Bilder von Schlüsseln zum abreißen.

So viele Primzahlen wurden allerdings nicht befreit. Wir brauchen wohl ein internationales Primzahlschutzabkommen.

Aber nun die entscheidende Frage: Habe ich es geschafft, Primzahlen zu ergattern? Ja! Gleich an Tag 1 habe ich einen Abreißzettel mit zwei Primzahlen mitgenommen. Ich teile sie hier mit euch, aber benutzt sie nicht zu viel, ich möchte nicht, dass sie sich abnutzen.

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Bloglinkprojekt: Ankündigung und Neujährchen

Ich habe mir vorgenommen, 2026 ein Bloglinkprojekt durchzuführen. Die selbst erdachten Regeln sind:

  • jede Woche poste ich einen Artikel mit einem Link zu einem Blog
  • der Link muss zu einem konkreten Artikel in dem Blog gehen, nicht zum Blog allgemein
  • keine Wiederholungen des verlinkten Blogs innerhalb des Projekts, und wenn möglich auch jedes Mal ein Blog, das ich noch nie verlinkt habe

In welchem Kontext der Artikel verlinkt wird, ist egal. Ich kann z.B. einfach auf einen interessanten Artikel hinweisen. Oder ich schreibe selber einen Artikel und benutze den verlinkten Artikel als Quelle oder zum weiteren Nachlesen. Oder ich möchte vielleicht einen Artikel kritisieren. Egal.

Die Idee ist, mehr Links zu anderen Blogs zu schaffen, die vielleicht sonst nicht viel Aufmerksamkeit bekommen. Wenn Suchmaschinen durch Chatbots ersetzt werden und die großen Social-Media-Riesen versuchen, Links nach außen zu minimieren, brauchen wir mehr Links zwischen kleinen Blogs.

E ist zwar noch nicht einmal Kalenderwoche 1, aber letzte Woche ist mir schon ein Kandidat für einen Artikel untergekommen, der seht gut zum heutigen Tag (Neujahr) passt:

Eiserkuchenröllchen / Neujährchen

In meiner Familie (oder generell wo ich herkomme) ist es eine Tradition, zu Neujahr „Neujährchen“ zu essen. Das sind mit Sahne gefüllt, dünne Waffelröllchen (optional mit Schokolade überzogen). Die sind recht schwierig zu essen, weil sie am Ende dazu neigen, beim Draufbeißen auseinander zu breche (und dann hat man die Hände voller Schlagsahne) Erst vor wenigen Jahren habe ich gelernt, dass diese Röllchen auch unter dem Namen „Eiserkuchen“ bekannt sind.

Die Eiserkuchen kann man auch selber machen. Ich habe das noch nie gemacht, aber hier ist ein Rezept. Die Eiserkuchen sind hier sind nicht zylinder- sondern kegelförmig und die Sahnefüllung hat noch Vanille beigemischt, aber um Grunde genommen ist es das Gleiche.

39C3: Tag 3 und 4

Kommen wir nun zu meinen Erlebnissen und Eindrücken an Tag 3 und 4 des 39C3. Ich werde vermutlich ein paar Sachen vergessen. Ist aber nicht tragisch. So oder so kommen noch ein oder zwei weitere Posts. Tag 3 habe ich wegen Erschöpfung schon gegen 18:00 Uhr beendet, Tag 4 ist sowieso immer kürzer.

Menschen

Ich habe mich sowohl an Tag 3 als auch an Tag 4 wieder mit ein paar Leuten unterhalten, die ich am House of Tea getroffen habe. Ich habe dort außerdem einen ehemaligen Kollegen von der Uni getroffen, der auch Spaß auf dem Congress hatte. Es war schön, den mal wieder zu sehen.

Ich habe auch einen anderen ehemaligen Mitdoktoranden getroffen, allerdings unter komischen Umständen: Ich sah im Vorbeigehen ein Gesicht, das mir bekannt vorkam, und nickte unwillkürlich. Die andere Person drehte sich um. Sie kam mir immer noch bekannt vor, aber ich konnte sie nicht einordnen. Kurzer Wortwechsel mit der Person: die Person hat das gleiche Problem mit mir. Wir haben uns also vermutlich schon einmal gesehen. Wir ließen das erst einmal auf sich beruhen. Später liefen wir uns wieder über den Weg. Person fragte mich, ob wir uns aus Saarbrücken kennen. Da resonierte etwas in mir. Wir kennen uns nicht aus Saarbrücken, aber Thorsten Holz, Professor, der früher an der RUB war und bei dem meine Professorin ihre Promotion gemacht hat, ist jetzt dort. Also kennen wir uns vielleicht aus Bochum? Nein, auch nicht, aber der Name meiner Professorin kam ihm bekannt vor. Also Nijmegen! Ja, das muss es sein. Rätsel gelöst. Glück gehabt dabei: dass wir uns überhaupt noch ein zweites Mal zufällig über den Weg gelaufen sind, ist auf dem Congress schon unwahrscheinlich.

Nicht tagesspezifisch, aber die RPG-Assembly mit einem Freund aus Hamburg war ein netter Ruhepol für mich, im Chaos des Congresses.

Alles in Allem konnte ich mehr Kontakte zu Leuten aufnehmen, obwohl ich schüchtern bin. Ich habe dazu jetzt drei Taktiken:

  1. Am House of Tea fragen, ob man sich zu einem Tisch dazusetzen kann (ggf. Tee anbieten oder fragen, ob man Tee haben darf). Oft entwickelt sich daraus ein Gespräch
  2. Chaospost austragen
  3. Irgendein interessantes Objekt betrachten und Leute darauf ansprechen. Die Erschaffenden erzählen meist gerne darüber, was sie da wie gemacht haben. Zum Beispiel Pilze

Austernpilze

Bei der Bits & Bäume-Assembly hat jemand in einem Eimer, in dem wohl früher mal Lebensmittel waren, Austernpilze gezüchtet. Die wurden dann auf einer Drehplattform dramatisch ausgeleuchtet präsentiert. Das Foto ist leider nicht besonders gut, weil es recht dunkel war.

Ein Plastikeimer, an dem aus einem kleinen Loch eine Menge Pilzfruchtkörper herauswachsen.

Der Typ dort hat mir auch eine kurze Erklärung gegeben, wie man das macht. Es lag aber auch ein Stadtpilze-Handbuch aus, in dem die Anleitung niedergeschrieben ist.

Postbote

Eine andere Möglichkeit, Leute kennenzulernen, ist es, Postbote für die Chaospost zu spielen. Die Leute findet man entweder an einem Ort auf dem Congress, der auf der Karte angegeben ist oder per interner Telefonnummer. Manchmal auch anders.

Ich hasse es, fremde Leute anzurufen, aber ich habe dieses Mal zum ersten Mal Karten angenommen, die nur eine Telefonnummer hatten. Dummerweise habe ich keine Zielperson erreicht.

Also habe ich die Karten zurückgegeben und mir andere Karten geschnappt. Zwei davon waren recht einfach, und ich konnte mich ein bisschen unterhalten. Die dritte Karte war schwierig. Sie hatte als Ziel nur „Team Grün“, keinen Text, keinen Absender, nur das Wort „Gelb“ und goßen, gelben Buchstaben auf der Vorderseite.

Nach einigem herumfragen (auf Mastodon, im Matrix-Channel, am Infopoint und bei der Chaospost) hatte ich einen Hinweis: Es gab ein Spiel, bei dem Leute mit einem RFID-Chip bestimmte Stationen scannen mussten. Das war mir schon vorher aufgefallen. Was ich nicht wusste: In dem Spiel gibt es verschieden farbige Teams. Ich habe mich dann neben einen dieser Punkte gestellt und gewartet. Zwei Leute kamen vorbei, aber beide von Team Pink. Dann kam ein kleines Mädchen: „Du darfst nicht campen!“ Ich habe versucht, ihr zu erklären, dass ich das Spiel nicht spiele. Sie war nicht wirklich überzeugt, aber zusammen mit ihrer Mutter konnte ich sie überzeugen, dass ich nur nach jemandem von team Grün suche. Sie war Team Grün, also hat sie die Postkarte bekommen.

Eine Karte habe ich übrigens im Himmel abgegeben. Dabei habe ich entdeckt, dass der Himmel jetzt ordentliche Säulen hat (3D-gedruckte Aufsätze für die Warteschlangen-Absperrungen):

Ein weißer Pfosten für Absperrband. Oben hat er einen schnörkelig verzierten Säulensockel. Das Absperrband ist schwarz mit weißer Beschriftung.

Power Cycle

Ich habe schon am ersten Tag das Power Cycle entdeckt, von dem der Congress sein Motto hat ;)

Fotografiert habe ich es erst an Tag 3. Gegenüber des Rads ist ein Beamer, der ein Video einer Bahnfahrt anzeigt, das flüssiger läuft, je fester man in die Pedalen tritt. Wenn nicht getreten wird, schaltet sich das Video komplett ab.

Ein Fahrradergometer. Auf dem gelb lackierten „Lenker“ ist ein Aufkleber mit der Aufschrift „CYCLE“

c3nav down

Am vierten Tag war dann irgendwann das c3nav down. Ich habe das zunächst nicht bemerkt. Ich habe mich am House of Tea mit ein paar Leuten unterhalten, von denen eine Person einen Blåhaj-Aufkleber auf dem Laptop hatte. Ich hatte am Vortag schon ein paar kleinere Blåhaj-Aufkleber entdeckt, und einer meiner Spielleiter war begeistert davon, also dachte ich mir, ich bringe ihm ein paar mit. Die Person mit dem Aufkleber am Laptop konnte mir sagen wo der herkommt und setzte an, mir zu erklären, wie ich dahin komme.

Ich meinte, ich könne das ja im c3nav nachschlagen. Dann musste ich erfahren, dass das c3nav down ist. Korrumpierte Datenbank oder so. Ich habe die Assembly mit einer guten Beschreibung trotzdem gefunden, aber die Aufkleber waren leer. So habe ich nur ein paar von den kleineren Aufklebern:

Ein Aufkleberbogen mit vier Blåhaj-Köpfen, die verschmitzt grinsen

Was das c3nav angeht: Ich habe per Masotodon die Zusage bekommen, dass jemand ein Post Mortem schreibt. Ich bin neugierig, was da passiert ist. Wenn es das Post Mortem gibt, dann verlinkte ich das in diesem Blog.

Abbau

Ich habe dann auch ein bisschen beim Abbau geholfen. Hauptsächlich Stühle gestapelt. Immer abwechselnd ein Stuhl mit und ein Stuhl ohne Armlehnen. Manche Stühle hatten nur auf einer Seite Armlehnen. Die Armlehnen lagen dann irgendwo herum. Öfter als nicht hatte man dann eine rechte Armlehne und einen Stuhl mit nur einer rechten Armlehne und musste weitersuchen.

Ein Stuhl mit einer rechten Armlehne, aber ohne Linke Armlehne. Auf dem Stuhl liegt eine weitere rechte Armlehne.

Was ich nicht geschafft habe

  • ich habe nur eine einzige Postkarte mit der Chaospost verschickt, aber die immerhin an die Person, die ich länger nicht mehr gesehen habe
  • ich habe zwar schon wieder den Typen getroffen, der auf dem Congress Teelieferungen macht, aber habe mir trotzdem nie Tee bei ihm bestellt
  • ich wollte mal wieder Lockpicking üben, aber immer wenn ich da war, war gerade ein Workshop und alle Ausleihwerkzeuge waren in Gebrauch

39C3: Vorträge an den Tagen 3 und 4

Mein „Ich poste jeden Tag des Congresses über diesen Tag“-Vorsatz musste ich ja wegen Congresserschöpfung ziemlich schnell aus dem Fenster werfen. Ich unterschätze immer wieder, wie lange es dauert, so einen Post zu schreiben. Also teile ich die restlichen Sachen lieber thematisch auf. Zunächst der langweiligste der Posts, nämlich eine Übersicht über die Talks. Die mache ich aber u.a. für mich selbst, damit ich eine Übersicht habe, welche Talks ich noch schauen möchte.

Eine Anmerkung noch: Das hier ist eine subjektive Auswahl aller Talks, die ich aus dem Bauch heraus ausgewählt habe. Eine Liste aller aufgezeichneten Talks gibt es bei media.ccc.de.

Talks, die ich angeschaut habe

Tag 3

An Tag drei habe ich nicht viele Talks angeschaut. Ich bin auch aus Erschöpfung schon gegen 18:00 Uhr gegangen, habe danach aber noch ein paar Talks im Stream gesehen.

  • die Lightning Talks
  • Set-top box Hacking: freeing the 'Freebox': Die Freebox ist eine Set-Top-Box u.a. mit Fernsehaufnahmefunktion eines französischen Anbieters. Der Hacker, der den Talk gehalten hat, hat um 2013 herum unglaublichen Aufwand betrieben, um das Ding zu knacken, nur um an die Aufzeichnungen dranzukommen, nachdem die (vorher existierende) Funktion, Aufzeichnungen herunterladen zu können, gesperrt wurde. Sehr beeindruckend
  • Blackbox Palantir: Es ging um Palantir, wie Bundesländer argumentieren, es einzusetzen usw.
  • 10 years of Dieselgate: Ein Recap über den Abgasfilterskandal

Tag 4

  • Atoms in Space: Der Titel ist ein bisschen irreführend, das Thema trotzdem interessant: Es geht im Messungen von Masse über Interferometer und Atome, und wenn man das aus dem Weltall heraus macht, kann man z.B. die Verringerung von Eisschilden und den Schwund von Grundwasser anhand der Gravitationseffekte messen.
  • Security of Cardiac Implantable Electronic Devices: Sicherheit von Herzimplantaten. Der Talk wurde leider nicht aufgezeichnet.
  • Security Nightmares: Der Klassiker. Eine humorvolle Übersicht über Trends in der IT-Sicherheit, zusammen mit einem Rückblick auf die letzte Jahre.
  • Closing Ceremony: Schön gemacht, ist ganz nett anzuschauen.

Talks, die ich noch anschauen will

Tag 3

Tag 4