Stranger Than Usual

But nobody came.

— Undertale

Winkekatze24: Seite und Favicon

Meine steuerbare Winkekatze hat immer noch einen lahmen Arm, trotz aller Bemühungen, das zu ändern. Also schreibe ich statt über die Fertigstellung dieser von Unglück verfolgten Katze darüber, wie ich ein paar Kleinigkeiten an der Website verbessert habe.

Die Winkekatzenwebsite gibt es schon eine Weile. Als ich auf sie gestoßen bin, sind mir sofort ein paar Sachen aufgefallen, die ich verbessern wollte: viel zu große Bilddateien, übergroßes CSS und Javascript und vor allem ungültiges HTML. Also habe ich gefragt, und die Leute haben mich an den Code der Seite gelassen. Ich finde so etwas relativ entspannend, weil ja kein beruflicher Druck dahintersteht und ich niemandem Rechenschaft schuldig bin, warum ich gerade zwei Stunden investiert habe, um die Hierarchie der Überschriften zu korrigieren.

Ich habe auch einige Erfolge einfahren können, während ich noch auf ein Micro-USB-Kabel wartete und bevor mir die Lust vorrübergehend vergangen ist. Ich habe

  • das fehlerhafte HTML korrigiert
  • die Bilddateien verkleinert bzw. besser komprimiert
  • Abhängigkeiten aktualisiert
  • ein paar Styles verbessert
  • opengraph-tags eingeführt (aktuell gemerged, aber nicht deployed)
  • unnützes Javascript entfernt
  • Favicons eingebaut

Was ich noch vor mir habe: bootstrap aus dem Style der Seite entfernen, was (CSS und Javascript zusammen) mehrere hundert kiB einsparen würde. Aber dafür muss ich ein bisschen Arbeit dort reinstecken (speziell: damit das Menü noch so funktioniert wie bisher), dass ich das erst einmal vertagt habe. Ganz klein werde ich das Javascript auch nicht kriege, weildie MQTT-Bibliothek alleine recht groß ist.

Alles schön. Aber die Sache mit dem Favicon war echt nicht einfach:

Das Favicon-Drama

Bis dahin hatte die Seite kein Favicon. Ich habe gefragt, ob wir eins wollen und direkt einen Vorschlag gemacht. Ich habe einfach eine gemeinfreie SVG-Datei einer Winkekatze genommen, ihr magentafarbene Augen gegeben (analog zu der Katze auf dem Foto auf der Seite) und das als Vorschlag eingereicht:

Eine stilisierte schwarze Winkekatze mit magentafarbenen Augen

Das ist erst einmal gut angekommen. Die Sache hatte nur einen Haken: Der Hintergrund ist transparent, und der schwarze Teil der Winkekatze ist ein einzelner Pfad mit Aussparungen. Innere Ohren, Pfoten, Schnauze und Halsband sind also auch transparent. Positiv: Das machte es sehr einfach, die Augen zu färben (einfach ein farbiges Rechteck hinter die Augen gesteckt). Bei Menschen mit dunklem Theme / Dark Mode hingegen sah man von dieser Katze nichts, außer zwei farbigen Augen.

Also habe ich der Katze einen kompletten weißen Hintergrund verpasst. Das gefiel dann auch nicht. Außerdem sah die Katze auf 16×16 Pixel herunterskaliert (Auflösung des Favicons im Browser) eher schlecht aus. Also habe ich erst einmal runterskalierte Varianten der Katze erstellt, indem ich die SVG-Datei gerendert und manuell nachkorrigiert habe, z.B. für 32×32 Pixel:

Pixelart der Winkekatze von oben, aber mit weißem Hintergrund

Besser, aber löst noch nicht das Problem mit dem transparenten bzw. weißen Hintergrund und ist nur für kleine Auflösungen gut. Für größere Auflösungen brauchten wir weiterhin die SVG-Datei. Oh, und Firefox for Android unterstützt als einziger halbwegs gängiger Browser keine SVG-Favicons. Ich benutze den zwar selber, dachte mir aber: Ein Favicon, das fast überall funktioniert ist besser als keins. Und irgendwann wird dieser Browser das ja auch unterstützen.

An diesem Punkt habe ich angefangen, eine kleine Showcase-Seite (die nicht mehr online ist) zu erstellen, die verschiedene Varianten des Favicons vor verschiedenen Hintergründen zeigt. Zunächst nur schwarz und weiß, später auch verschiedene Grauschattierungen. So bin ich auch auf die verschiedenen Merkwürdigkeiten mit CSS-grau gekommen.

Gut, also wenn der Hintergrund transparent bleiben soll, mache ich halt einen weißen Rahmen um die Katze und weiße Flächen für alle Aussparungen innerhalb der Katze:

Winkekatze wie oben, nur mit weißen Innenflächen und einem weißen Rand. Auch zu den magentafarbenen Augen hin ist ein weißer Rand.

Mist. Natürlich ist dann auch zu den Augen hin ein weißer Rand. Das sieht nicht gut aus. Also neuer Versuch: Ich nehme die Winkekatze, kopiere sie, entferne die Aussparungen aus dem Pfad, vergrößere sie ein bisschen und färbe sie weiß. Dann lege die die Augen und die schwarze Katze (zentriert) darüber:

Winkekatze so ähnlich wie vorher, aber kein weißer Rand mehr zwischen Augen und Körper.

Dann musste ich noch das Firefox-for-Android-Problem lösen. Dafür habe ich eine gerenderte Version als Alternative hinzugefügt. Im HTML-Code verweise ich dann auf beide Varianten mit Größen- und Dateiformathinweisen:

<link rel="icon" type="image/webp" sizes="192x192" href="favicon_192.webp">
<link rel="icon" type="image/svg+xml" href="favicon.svg">

Das funktioniert, auf allen (getesteten) Browsern wird ein Favicon dargestellt. „Aber was ist mit den Pixelvarianten?“, höre ich euch fragen. Nun: Ich habe versucht, die Pixelvarianten auch hinzuzufügen. Das ist aber leichter gesagt als getan: Zwar kann ich einfach zwei weitere passende <link>-Elemente für die Pixelvarianten hinzufügen, aber die Browser… ignorieren die einfach. Sobald eine SVG-Datei da ist, wird immer die SVG-Datei genommen. Selbst wenn ich der explizit eine Größe zuordne. Der Browser sagt: „Hey, für die SVG-Variante muss ich dann insgesamt für alle Größen nur eine Datei laden, also nehme ich die“ und er nimmt sie. Auch wenn es für kleine größen handoptimierte Varianten gibt, die besser aussehen.

Immerhin hat diese Variante dann endlich alle zufrieden gestellt, der PR wurde gemerged und wir haben Favicons für die Winkekatzenseite.

Aprilscherz: wackeln

Ich habe ja nicht mehr sooo viel übrig für Aprilscherze. Auf jeden Fall darf ein Aprilscherz keine ernsten Themen behandeln, die jemand für echte Informationen halten darf. Und in Online-Resourcen muss das spätestens am 2. April aufgeklärt werden, denn oft schaut man nicht, an welchem Datum ein Artikel veröffentlicht wurde. Früher habe ich mal Aprilscherze auf diesem Blog gemacht, aber habe das nie ganz durchgezogen. Meist war ich sowieso im Urlaub und konnte mich nicht darum kümmern.

Manche Aprilscherze finde ich hingegen ganz lustig. So wie zum Beispiel als Fefe eine simulierte Cloudflare-Seite vor sein Blog geschaltet hat (obwohl er doch immer so über Cloudflare schimpft). Ich selber habe schon einmal mein Blog verschmutzt. Und grundsätzlich mag ich visuelle Aprilscherze auf meinem Blog ganz gerne und falsche Artikel eher nicht.

Dieses Jahr habe ich mal wieder einen Aprilscherz geschaltet, beende ihn aber jetzt, gegen 21:00 Uhr wieder, weil er mein Blog einfach unbenutzbar macht. Ich glaube, ich hatte ihn vor ein paar Jahren (2020 oder 2021) schon einmal, hatte damals wenn dann aber nicht darüber geschrieben. Für die Zukunft: Mein Blog sah heute so aus:

Mein Blogheader (Titel und Navigation) wackeln um die mittlere Bildachse, etwa ± 1° von der waagerechten Position im Halbsekundentakt.

Gemacht habe ich das mit diesem simplen CSS-Schnipsel:

@keyframes wiggle {
    from {
        transform: rotate(1deg);
    }
    to {
        transform: rotate(-1deg);
    }
}

p, h1, h2, h3, h4, h5, h6, ol, ul, pre, article footer {
    animation-duration: 0.25s;
    animation-name: wiggle;
    animation-iteration-count: infinite;
    animation-direction: alternate;
    animation-timing-function: linear;
}

Alltagsmenschen

Ich wohne jetzt seit gut zwei Jahren in Witten, und über eine Sache wollte ich schon länger mal schreiben. In Witten stehen nämlich Figuren wie diese hier herum:

Zwei farbige Statuen, etwa in lebensgröße. auf einem Rasen. Eine ältere Frau mit locken und einem Klein mit Blumenmuster, ein älterer Mann in Jeans und Unterhemd mit kurzen grauen Haaren. Beide sind etwas fülliger.

Speziell diese beiden stehen am Eingang zum Park an der Ruhrstraße. Und solche Figuren sieht man hier an verschiedenen Stellen. Keine heroischen Kaiser zu Ross, keine berühmten Menschen, nicht einmal so etwas für das Ruhrgebiet Markantes wie die Bergleute in der Waschkaue auf dem Kaiser-Otto-Platz in Steele. Nein, einfach ganz generische Menschen. Aber in Farbe.

Es handelt sich um Alltagsmenschen, Betonfiguren aus einem Wittener Atelier. Die Künstlerinnen machen das jetzt wohl schon seit dreißig Jahren und stellen die überall in Deutschland aus, aber in Witten sieht man sie natürlich besonders häufig. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, um noch ein paar von ihnen zu fotografieren. An der ersten Stelle, an die ich mich erinnern konnte, wo Figuren standen, fand ich aber nur das hier:

Gepflasterter Geweg. Darauf mehrere helle/sauberere Quadrate mit leeren Schraubenfassungen.

Das war vor der Sparkasse. Hier standen früher immer eine ganze Warteschlange von Alltagsmenschen. Immerhin: In der Sparkasse stand noch eine Figur. Während die meisten der Figuren annähernd lebensgroß sind, ist diese hier größer:

Figur eines Mannes mit Glatze, der einen dunkelblauen Anzug, ein weißes Hemd und eine rot-weiße Krawatte trägt.

Gegenüber der Sparkasse steht dann noch ein Paar:

Zwei Figuren, ein Mann und eine Frau, auf einem Rasen. Die Frau trägt ein blaues Kleid mit weißen punkten und hält in jeder Hand eine Einkaufstasche. Der Mann trägt eine braune Hose, einen braunen Pullover und eine Mütze.

Und vor der Polizei steht dann natürlich ein Polizist, in der alten Uniform (ich fand die alten Uniformen irgendwie schöner).

Eine Figur eines Polzisten in moosgrün und beiger Uniform mit Schirmmütze.

Skådis

Das erste Mal habe ich im Podcast „Methodisch Inkorrekt“ von IKEAs „Skådis“-System gehört. Das ist ein System bestehend aus einer Wandplatte mir senkrechten Schlitzen und einem großen Angebot an verschiedenen Elementen, die man in die Schlitze einhängen kann. Was mich aber besonders interessiert hat: Es gibt in er Makerszene eine gewissen Fangemeinde, und man findet bei den üblichen Seiten für 3D-Druck-Vorlagen eine Menge zusätzlicher Elemente, die man dort einhängen kann.

Ich habe das System auch bei einem Freund in der Küche gesehen. Als ich mir dann letztes Jahr einen Hobbyarbeitstisch mit Lötstation eingerichtet habe, schien mir das das richtige System, um Werkzeuge, die man häufiger mal braucht, unterzubringen. Ich habe mir ein Starterpaket bersorgt und mir auf dem 3D-Drucker meiner damaligen Professorin ein paar zusätzliche Teile ausgedruckt. Einige davon leuchten sogar im Dunkeln:

An einer Wand hängt eine weiße Platte mit im Raster angeordneten senkrechten Schlitzen. In einigen dieser Schlitze hängen Behälter oder Aufhängungen. Daran hängen u.a. eine Greifzange, ein Seitenschneider, Rollen mit Lötzinn, eine Scheere und Stifte. Einige Halterungen sind noch frei.

Da ist noch Luft nach oben für mehr. Wie komme ich jetzt darauf? Hier hat jemand eine Garderobe mit Skådis gebastelt, auch mit selbstgedruckten Haken.

Lichtschachtbäume

Heute beim Brötchenholen entdeckt: In einem Lichtschacht zu einem Kellerfenster wachsen nicht nur irgendwelche Pflanzen, sondern tatsächlich kleine Bäume:

Foto eines Lichtschachts über einem Kellerfenster, mit einem Gitter darauf. Darunter sind grüne Pflanzen erkennbar.An einer Stelle ragen ein paar junge Blätter durch das Gitter durch.

Die Bäume sind knapp über dem Lichtschachtgitter abgetrennt, vermutlich, weil da ständig Leute herlaufen. Ich habe auch noch eine Nahaufnahme, weil man auf dem ersten Bild nicht sieht, dass es wirklich ein Bäumchen ist:

Im Vordergrund verschwommen das Gitter des Lichtschachts und ein bisschen Grün. Darunter, in scharf, ein dünner Stamm und ein paar junge Blätter. Der Stamm endet in einer Humusschicht am Boden des Lichtschachts.

spring(); break; 2026 im Labor

Ich war heute nach etwa 15 Jahren mal wieder im Labor. Irgendwie ist das gegen Ende meines Studiums eingeschlafen, dann bin ich nach Hamburg gezogen… jetzt bin ich schon seit zwei Jahren wieder in der Gegend, aber erst heute habe ich mich mal dazu aufraffen können, in das Labor zu gehen. Zur Erinnerung: Das Labor e.V. ist ein Hackspace in Bochum.

Ein Kreis, der auf der rechten Seite schwarz und auf der linken Seite weiß gefüllt ist. In der Mitte ist in der jeweils inversen Farbe ein „i“ dargestellt. Ein weißet Graph, der einem PCB-Layour ähnelt, ist in weiß auf der schwarzen Seite des Kreises.

Ich habe mich irgendwie vorher nicht getraut, zurückzugehen. Heute war aber Internationaler Tag des offenen Hackspace und spring(); break;. Also ein guter Anlass mal zurückzukehren und daraus hoffentlich wieder eine Gewohnheit werden zu lassen.

Ich habe mich mit ein paar Leuten nett unterhalten. Ein Laborant hat mir geholfen, den losen Draht an der Spule meiner Winkekatze festzulöten (der Arm lahmt aber immer noch). Außerdem gab es einen kleinen Workshop zum Spleißen von Glasfasern (nicht, dass ich erwarte, das jemals zu machen) und einen Vortrag von jemandem, der anhand einer Veröffentlichung des Bundesamts für Verfassungsschutz herausfinden konnte, welchen Instragram-Account der Verfassungsschutz verwendet, um linken Gruppen zu folgen.

Alles in allem ein schöner Nachmittag, und ich nehme mir fest vor, mal wieder häufiger zum Labor zu gehen.

Lakritz die Katze

Gestern bin ich über einen Blogpost gestolpert, in dem sich jemand darüber wundert, dass sein Blog überhaupt nicht bei Google indiziert ist. Kann man sich durchaus durchlesen, und ich wollte dazu auch ein bisschen über die Indizierung meines eigenen Blogs bei Suchmaschinen schreiben.

Dann bin ich darüber gestolpert, dass derselbe Autor auch eine kleine Seite für Lakritz, seine junge Katze hat. Also keine Aufregung über Suchmaschinen von mir, stattdessen ein Link zu ein paar Katzenbildern.

Rollenspielszenen: Band aus zwei Bassspielern.

Rollenspielszene. Nachdem wir ein entführtes Mixtape mit geheimen Botschaften zurückbekommen haben, sind wir auf dem Weg zu unserem nächsten Auftritt. Wir haben ein subtil subversives Lied geplant, und Anis muss seinen Teil dafür noch üben. Dabei lässt er sich wieder von Cracker helfen.

Cracker ist keine Frau vieler Worte, und der Trubel mit der Band ist ihr eigentlich zu viel. Deswegen macht sie Anis einen Vorschlag:

Meinst du, wir könnten eine Band gründen? Nur mit zwei Bassspielern? Dann müssen wir nie wieder mit anderen Leuten reden.

Atomarchiv mit RFC 5005

Ich bin jetzt zu etwas gekommen, dass ich schon lange machen wollte, aber immer wieder verschoben habe: Das Atom-Feed dieses Blogs auf mehrere Dateien zu verteilen. Aber warum wollte ich das machen?

Nun, mein Blog hat mittlerweile über 1100 Einträge. Die sind alle vollständig in dem Feed drin. Damit ist das Feed über 3 MiB groß. Komprimiert sind das zwar nur noch knapp 900 kiB (gz mit Zopfli) bzw. knapp 700 (Brotli), aber das ist immer noch eine Menge. Drei Gründe, warum das ein Problem ist:

  1. werden diese Dateien jedes Mal komplett heruntergeladen, wenn es eine Änderung gibt und ein feed-Reader das Feed lesen will
  2. es wird nicht weniger, mit jedem weiteren Post wird die Datei größer
  3. ist die Zopfli-Kompression des Feeds der mit Abstand am längsten dauernde Teil der Seitengenerierung, und muss jedes Mal gemacht werden, wenn ich einen neuen Post hinzufüge oder auch nur die kleinste Änderung vornehme.

Glücklicherweise gibt es RFC 5005, der definiert, wie man Atom-Feeds aufteilen kann. Ich habe mich für ein Feed-Archiv entschieden, weil es dann einfacher sein sollte, weiterhin alle Einträge zu finden und vor allem auch, die alten Feed-Teile unberührt zu lassen (und somit nicht ständig neu komprimieren zu müssen).

Wie ich RFC 5005 implementiert habe

Nach dem RFC muss ich meinen Feed grob in zwei Teile teilen. Zum einen in einen Feed der aktuellen (current) Artikel. Dann in keinen bis beliebig viele Archivdateien. Die Archivdateien werden als im Wesentlichen unveränderlich betrachtet. Sie dürfen sich ändern, aber Feedreader dürfen davon ausgehen, dass sie es nicht tun. Insbesondere sollen keine Einträge hinzukommen.

Sollte sich ein alter Eintrag doch noch wesentlich ändern, muss er (unter derselben ID) noch einmal im Feed der aktuellen Artikel auftauchen. Dabei darf es Überschneidungen zwischen den Feeds geben.

In meinem Fall habe ich als Archivdateien alle abgeschlossenen Jahre des Blogs gewählt. In Beispielen habe ich eine monatliche Aufteilung gesehen, aber so viel schreibe ich dann doch nicht. Das neueste Archiv-Feed ist also momentan 2025. Alle feeds, die im laufenden Jahr erstellt wurden, kommen erst einmal in den aktuellen Feed. Dann alle Artikel, die im laufenden Jahr wesentlich verändert wurden. Dazu kommen in meinem Fall noch alle Artikel, die im Zeitraum eines halben Jahres vor dem aktuellsten Artikel erstellt oder aktualisiert wurden. Das habe ich gemacht, damit nicht am ersten Januar mein ganzes Feed plötzlich leer ist. Nach und nach verschwinden die archivierten Artikel dann aber aus dem aktuellen Feed. Die Artikel des laufenden Jahres kommen allerdings erst nach Ablauf des Jahres in das Archiv.

Der aktuelle Feed verweist auf das jüngste Archiv-Feed, von da an ist es eine verkettete Liste bis zum ältesten Archive-Feed. Alle Archiv-Feeds haben zudem noch einen Link zum aktuellen Feed.

Ich bin mir nicht zu 100% sicher, dass ich den Standard korrekt verstanden und korrekt implementiert habe, aber ich bin sicher genug.

Testphase

Ein Erfolg zeigt sich jetzt schon: die Dateigrößen meines Feeds sind aufgeteilt viel handhabbarer: Alle Dateien sind deutlich kleiner als die Einzeldatei vorher, und im Regelfall muss nur der aktuelle Feed neu geschrieben und komprimiert werden, was die Verzögerung mein Veröffentlichen eines Blogposts um mehrere Sekunden senkt. Sekunden, die vorher sehr nervig gewesen sind.

Ich gehe damit jetzt erst einmal in die Testphase. Glücklicherweise hängt bei mir davon kein Geschäft ab, aber ich bin mir unsicher, wie gut die Unterstützung von RFC 5005 bei Feed-Readern ist.

Warum bin ich skeptisch? Drei Hauptgründe:

  • In Thunderbird zum Beispiel sehe ich nur einen Teil meiner Blogposts. Ich werde aber noch ein paar andere Feedreader ausprobieren
  • bei einer Suche nach „RFC 5005“ fand ich im Netz nicht viel. Die Spezifikation, ein paar Dokumente, dann aber diese Zusammenfassung einer Hobbyradiosendung, wo unter anderem erwähnt wird:

[…] but a solution to let your Atom feed have the cake and eat it too existed already 13 years ago, if only any of our feed readers would adhere to it: RFC 5005, Feed Paging and Archiving

  • ansonsten habe ich eine Menge Tickets auf Github gefunden, wo Leute wollen, dass RFC 5005 implementiert wird. Die meisten davon betreffen Projekte, die den Feed schreiben, aber ein paar betreffen auch Feedreader.

Also mal schauen. Die Adresse des Feeds für dieses Blog hat sich nicht geändert, aber es sind jetzt weniger Blogposts darin. Der rest ist von dem Hauptfeed aus verlinkt. Hoffen wir mal, dass das keine größeren Probleme bereitet.

Winkekatze24

Winkekatzen, original „Maneki-neko“ sind ja mittlerweile auch schon in unserem Kulturkreis bekannt. Klassischerweise aus Keramik und mit einem unbeweglichen Arm, so gibt es sie auch schon seit geraumer Zeit in Plastik mit einem elektrisch winkenden Arm.

Im Chaos-Umfeld werden die Winkekatzen insbesondere mit dem VOC, dem Video Operation Center, das auf Chaosveranstaltungen wie dem Chaos Communication Congress für Videoaufnahmen und Streams zuständig ist, in Verbindung gebracht. Das liegt daran, dass auf den Rednerpulten immer eine solche elektrisch betriebene Winkekatze steht. Damit kann man immer sehen, ob bei einer Kamera gerade das Bild eingefroren ist, selbst wenn sich sonst nichts auf der Bühne bewegt. Die Winkekatze hat es sogar ins Logo des VOC geschafft, unter dem Namen „Voctocat“ (CC BY-SA 4.0 by blinry ):

Eine stilisierte Silhouette einer Winkekatze auf einem schwarzen Hintergrund. Die linke Tatze ist gehoben, mit der rechten Tatze hält die Katze einen „Play“-Button.

Auf dem 39C3 bin ich dann einem Freund begegnet, den ich vom Rollenspielen kenne. Dessen Assembly hat ein Projekt mit Winkekatzen, die alle mit dem Internet verbunden sind und auf Kommando alle gleichzeitig winken und mit den Augen leuchten. Dazu werden handelsübliche Winkekatzen mit beweglichen Armen genommen, mit einem Mikrocontroller versehen, an den Augen operiert (LEDs) und ans Internet angeschlossen.

Jede Katze kriegt einen eigenen Namen. Im Internet kann man dann auf www.winkekatze24.de entweder alle Katzen gleichzeitig zum Winken bringen, oder nur eine spezielle, denn alle angemeldeten Winkekatzen sind dort aufgelistet. Als Backend für Statusupdates und Winkbefehle wird in beide Richtungen MQTT verwendet. Natürlich kann man auch ohne Probleme einen eigenen Server aufsetzen, aber der Spaß ist ja, dass alle Katzen gleichzeitig winken. Wenn ich sehe, dass meine Katze winkt, weiß ich, dass die Katze bei meinem Rollenspielfreund auch winkt, eine Katze in einem hackspace in Birkenhead und einige mehr.

So eine Katze wollte ich auch haben. Und bisher ist es so mäßig gelaufen. Aber ich gebe nicht auf.

Meine eigene Winkekatze

Das Bauset für eine wolche Katze ist eigentlich ganz simpel. Ein Board, ein Mikrocontroller mit integriertem Wlan-Modul, zwei Neopixel-LEDs, ein Transistor und ein paar Widerstände. Sollte selbst für einen Grobmotoriker wie mich machbar sein. Ich habe mir also auf dem 39C3 ein Set besorgt. Die Belichtung dort war aber eher schlecht, also habe ich nach ein paar angelöteten Teilen aufgegeben um die Katze zu Hause weiter zu verarbeiten. Es gibt ja auch genug andere Dinge, die man auf dem Congress tun kann. Ich war die erste volle Januarwoche noch in Hamburg (ohne Lötausrüstung), also musste ich abwarten. Zurück in meiner Wohnung habe ich dann angefangen:

Auf einer Korkoberfläche liegen verschiedene Teile: Kabel, zwei LEDs, ein PCB (auf dem schon ein paar Teile aufgelötet sind), ein Microcontroller und zwei Hälften einer Plastikwinkekatze.

Ich habe eine Weile gelötet und war irgendwann bereit, die Software aufzuspielen, um das Ganze zu testen. Nur: Der Microcontroller (ein Arduino-Derivat) hat zwar einen eigenen USB-Port, aber es ist ein Micro-USB. Kein Problem. Mal schnell das Micro-USB-Kabel gesucht und… Hmm… nicht da. Micro-USB-Netzteil? Ja. USB-A zu: USB-B? Ja. USB-C? Ja. Mini-USB? Ja. Komische proprietäre Anschlüsse? Ja. Micro-USB? Nein.

Ich war mir sicher, dass ich ein solches Kabel hatte. Aber ich habe es nicht gefunden (später hat sich herausgestellt, dass ich es bei meiner Mutter habe lieben lassen). Also ein neues Kabel. Mit über einer Woche Verzögerung konnte ich also weitermachen.

Firmware-woes

Die Software selber war das nächste Problem: Das auf der Website zu dem Zeitpunkt verlinkte Repo auf Github hatte nur eine Uralt-Version. Nun muss man wissen, dass es zwei Varianten gibt, den Arm der Katze zu betreiben: Mit einem Servomotor, an dem direkt der Arm montiert ist, und mit einem Magnetpendel, das durch eine Spule angetrieben wird. Die alte Variante ist die mit dem Servomotor. Die neue ist die mit dem Magnetpendel, und die hat einige Vorteile. Zum einen ist das der Weg, wie die meisten dieser Katzen in der Grundausstattung sowieso arbeiten. Dann ist das Magnetpendel leiser, und zuletzt ist die Bewegung flüssiger.

Der Nachteil ist, dass mein ein paar mehr Teile braucht (u.a. einen Transistor) und die Software anders aussieht (ggf. noch mit einem Hack, um den Arm überhaupt zu starten). Das war in dem alten Repo nicht drin. Dann gab es noch eine Version auf Gitlab. Die war aber nur minimal neuer. Wir hatten auch die ganzen Repos nach Codeberg umgezogen, und dort war jetzt die alte Github-Version. Bei der Bastelanleitung, die ich zu der Katze bekommen habe, war dann auch der richtige Code dabei, den ich allerdings in keinem Repo finden konnte. Wie sich herausgestellt hat, hat jede und jeder, die oder der am Projekt beteiligt war, eine eigene Codeversion gepflegt.

Mit der Version konnte ich dann aber auch noch nicht ohne Weiteres arbeiten. Denn der Code war für eine andere Pinbelegung geschrieben. Keine große Änderung im Code, aber ich musste mich durch das Datenblatt wühlen und die Pins auf die entsprechenden Pin-IDs im Code mappen.

Dann konnte ich den Code installieren und es lief… nur halb. Immerhin: Der Magnet funktionierte korrekt, die Katze hat ordentlich gewunken. Die LED-Augen wiederum gingen nicht.

Augenprobleme

Ich hatte die Augen falsch verlötet und dabei eine der LEDs gehimmelt. Mist. Die andere LED ging noch, und ich hatte ja noch eine ganze Rolle Neopixel-kompatibler LEDs, also könnte ich ja damit weitermachen, oder?

Nein. Was ich auch tat, wie sehr ich auch alle Verbindungen und Schaltkreise überprüfte, die LEDs leuchteten entweder nicht in der korrekten Farbe, nicht hell genug, nur weiß… es war zum Mäusemelken. Ich habe es mit verschiedenen LEDs ausprobiert, nichts funktionierte. Ich habe den Code überprüft. Ich habe die Spezifikation der LEDs überprüft. Ich habe mir Rat bei den Leuten geholt, die diese Katzen entwickelt haben. Keine Lösung.

Am Ende habe ich dann im Februar, als ich in Hamburg war, die Katze dem Freund aus der Rollenspielrunde gegeben, damit er sich die anschauen konnte. Der hat sich die angeschaut und hatte nach eigenen Angaben eine wirklich verzweifelnde Debug-Session, bevor er zum Schluss kam, dass meine Ersatz-LEDs wohl mit dem Controller einfach nicht richtig funktionieren. Er hat die LEDs ersetzt und mir die Katze zugeschickt.

Die ist dann Anfang März wieder bei mir angekommen, und diese Woche bin ich dann dazu gekommen, die Katze zusammenzubauen. Ich musste noch die zweite LED anlöten, und dann gingen die LEDs auch.

Armlähmung

Nun musste ich die Katze nur noch wieder zusammensetzen. Es war ein bisschen Fummelei, die Kabel so zu führen, dass der Arm nicht behindert wird, aber das ging auch. Wieder zusammenschrauben konnte ich die Katze auch nicht, weil ich keinen Schraubendreher hatte, der lang und dünn genug war, um in die Löcher reinzupassen.

Das Bord und der Controller passen auch nicht in die Katze (das geht nur bei größeren Modellen, also habe ich einen kleinen Karton genommen, ein Loch in die Mitte gemacht und die Katze draufgestellt. Das geht.

Das Einzige, was nicht geht, ist der Arm. Obwohl er schon einmal funktioniert hat, und auch bei dem Freund in Hamburg funktioniert hat, ist er hier bewegungslos. Es ist auch kein Softwareproblem. Die Spule kriegt einfach keinen Strom. Die Kabel selber sind in Ordning. Der Pin ist korrekt. Die Lötstellen auch.

Das Proble: Ein winziger, wortwörtlich haardünner Kupferlackdraht, der zur Spule führt, ist durchtrennt. Muss beim Transport passiert sein. Und das kriege ich ums Verrecken nicht repariert. Zumal dieses Mini-Ding ja auch lackiert ist, den Lack müsste ich also vorher irgendwie abkriegen.

Aber vielleicht finde ich eine Ersatzkatze. Die Dinger sind ja billig. Und tatsächlich: Ein Kitschladen hier im Ort hatte welche, in verschiedenen Größen. Ich habe eine in vergleichbarer größe zu meiner jetzigen geholt und… kriege sie nicht aufgeschraubt, weil ich keinen Schraubendreher habe, der lang und dünn genug ist. Bis ich an einen komme, kann gerne noch einmal eine Woche vergehen. Die Ersatzkatze steckt bis dahin in ihrem Ersatzkatzenkasten, der aber nicht mit Ersatzkatzenkastenmatratzen ausgekleidet ist.

Die aktuelle Katze kann immerhin mit den Augen leuchten:

Eine weiße Winkekatze steht auf einem weißen Podest. Ihre Augen (und damit der ganze Kopf) leuchten grün.

Schlusswort

Ich wollte eigentich schon viel früher darüber schreiben, aber ursprünglich wollte ich warten, bis die Katze fertig und einsatzbereit ist. Ich habe in der Zeit, in der ich mit der Katze nicht weiterkam, auch ein paar andere Sachen an dem Projekt gemacht, zum Beispiel die Website überarbeitet (WIP), ein Favicon zur Website hinzugefügt, eine kleine Rust-Bibliothek für die Katze geschrieben (WIP) und eine virtuelle Katze gebaut (WIP). Dazu schreibe ich dann später mehr. Besonders das Favicon war ein Drama, gemessen daran wie klein die Änderung eigentlich war.

Trotz des ganzen Ärgers, den ich damit hatte (ich komme halt mehr mit Software klar als mit Hardware) ist es eine lustige Idee, die natürlich dadurch besser wird, wenn mehr Leute sich so eine Katze basteln, aufstellen und mit den anderen Katzen verbinden. Lasst euch also nicht von meinen Unglücken abschrecken.

Zum Abschluss aber noch ein paar Links (teilweise wiederholt)