Stranger Than Usual

Aufmerksamkeit für Long Covid

Den Begriff „Long Covid“ hat wohl jeder hier im Land schon einmal gehört. Für mich war es eigentlich immer nur ein vager Begriff für Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung. Und so geht es wohl vielen Leuten in Deutschland. Dabei ist ME/CFS, die amscheinend verbreiteteste Form von Long Covid, wirklich eine extreme Krankheit, die normales Leben praktisch unmöglich macht.

Wie gefährlich es ist, dass diese Krankheit selbst unter Ärzten kaum bekannt ist, ist in diesem Blogpost beschrieben. Das ganze Blog ist eine Sammlung von Posts, um über Long Covid aufzuklären. Auch MaithinkX hat eine Folge zu Long Covid. Ich habe keine Ahnung ob und wann die depubliziert wird, bei Interesse solltet ihr sie euch aber bald anschauen.

Ich selbst habe keine Ahnung und möchte deswegen nur darauf hinweisen, dass ihr euch darüber informieren solltet. Nicht, um euch Angst zu machen, aber um darüber zu wissen und Solidarität für die Erkrankten aufzubauen.

Unicode-Herzen und Seelen in Undertale ❤️

Spoiler-Warnung: Weiter unten sind Undertale-Spoiler. Hier oben noch nicht, der folgende Screenshot kommt ziemlich am Anfang des Spiels.

Im Spiel Undertale wir die Seele des Spielercharakters als kleines rotes Herz dargestellt:

Flowey the Flower, eine sonnenblumenähnliche Blume mit Gesicht sagt zum Spieler: “See that heart? That is your SOUL, the very culmination of your being!“. Darunter ist eine große Box, in der ein kleines, rotes Herz ist.

Nun wollte ich mal schauen, wie ich so etwas in Unicode nachstellen kann. Natürlich gibt es einen Herz-Codepoint in Unicode. Es gibt sogar einen ganzen Haufen von Codepoints und Grapheme-Clusters zu Herzen. Genug, dass es eine eigene Seite über Unicode-Herzen auf der englischen Wikipedia gibt.

Das einfachste Herz ist ❤︎, U+2764 HEAVY BLACK HEART. Allerdings nicht notwendigerweise schwarz. Es ist halt in der Schriftfarbe des umgebenden Textes. Es gibt das Herz aber auch mit einem variant selector: ❤️, U+2764 HEAVY BLACK HEART, U+FE0F VARIATION SELECTOR-16, dann wird es üblicherweise als rotes Herz angezeigt.

Es gibt aber noch einen ganzen Haufen anderer Herzen. Von farbigen Herzen über Spielkartenherz und mehr:

❦❧☙♡♥♥︎♥️❤❤︎❤️❥❣🎔❣️🏩💌💒💓💔💕💖💗💘💙💚💛💜💝💞💟🖤😍😘😻🤍🤎🥰🧡🩵🩶🩷🫀❤️‍🩹❤️‍🔥🫶︎

Die meisten davon haben sogar eigene Codepoints. Selbst die Katze mit Herzen als Augen. Wer hätte gedacht, dass es so viele Herzemojis gibt? Und dann gibt es natürlich noch die zwei küssenden Personen und zwei Personen mit Herz, in allen möglichen Hautfarbenkombinationen:

💏💏🏻💏🏼💏🏽💏🏾💏🏿🧑🏻‍❤️‍💋‍🧑🏽🧑🏻‍❤️‍💋‍🧑🏾🧑🏻‍❤️‍💋‍🧑🏿🧑🏼‍❤️‍💋‍🧑🏻🧑🏼‍❤️‍💋‍🧑🏽🧑🏼‍❤️‍💋‍🧑🏾🧑🏼‍❤️‍💋‍🧑🏿🧑🏽‍❤️‍💋‍🧑🏻🧑🏽‍❤️‍💋‍🧑🏼🧑🏽‍❤️‍💋‍🧑🏾🧑🏽‍❤️‍💋‍🧑🏿🧑🏾‍❤️‍💋‍🧑🏻🧑🏾‍❤️‍💋‍🧑🏼🧑🏾‍❤️‍💋‍🧑🏽🧑🏾‍❤️‍💋‍🧑🏿🧑🏿‍❤️‍💋‍🧑🏻🧑🏿‍❤️‍💋‍🧑🏼🧑🏿‍❤️‍💋‍🧑🏽👨‍❤️‍💋‍👨👨🏻‍❤️‍💋‍👨🏻👨🏻‍❤️‍💋‍👨🏼👨🏻‍❤️‍💋‍👨🏽👨🏻‍❤️‍💋‍👨🏾👨🏻‍❤️‍💋‍👨🏿👨🏼‍❤️‍💋‍👨🏻👨🏼‍❤️‍💋‍👨🏼👨🏼‍❤️‍💋‍👨🏽👨🏼‍❤️‍💋‍👨🏾👨🏼‍❤️‍💋‍👨🏿👨🏽‍❤️‍💋‍👨🏻👨🏽‍❤️‍💋‍👨🏼👨🏽‍❤️‍💋‍👨🏽👨🏽‍❤️‍💋‍👨🏾👨🏽‍❤️‍💋‍👨🏿👨🏾‍❤️‍💋‍👨🏻👨🏾‍❤️‍💋‍👨🏼👨🏾‍❤️‍💋‍👨🏽👨🏾‍❤️‍💋‍👨🏾👨🏾‍❤️‍💋‍👨🏿👨🏿‍❤️‍💋‍👨🏻👨🏿‍❤️‍💋‍👨🏼👨🏿‍❤️‍💋‍👨🏽👨🏿‍❤️‍💋‍👨🏾👨🏿‍❤️‍💋‍👨🏿👩‍❤️‍💋‍👩👩🏻‍❤️‍💋‍👩🏻👩🏻‍❤️‍💋‍👩🏼👩🏻‍❤️‍💋‍👩🏽👩🏻‍❤️‍💋‍👩🏾👩🏻‍❤️‍💋‍👩🏿👩🏼‍❤️‍💋‍👩🏻👩🏼‍❤️‍💋‍👩🏼👩🏼‍❤️‍💋‍👩🏽👩🏼‍❤️‍💋‍👩🏾👩🏼‍❤️‍💋‍👩🏿👩🏽‍❤️‍💋‍👩🏻👩🏽‍❤️‍💋‍👩🏼👩🏽‍❤️‍💋‍👩🏽👩🏽‍❤️‍💋‍👩🏾👩🏽‍❤️‍💋‍👩🏿👩🏾‍❤️‍💋‍👩🏻👩🏾‍❤️‍💋‍👩🏼👩🏾‍❤️‍💋‍👩🏽👩🏾‍❤️‍💋‍👩🏾👩🏾‍❤️‍💋‍👩🏿👩🏿‍❤️‍💋‍👩🏻👩🏿‍❤️‍💋‍👩🏼👩🏿‍❤️‍💋‍👩🏽👩🏿‍❤️‍💋‍👩🏾👩🏿‍❤️‍💋‍👩🏿👩‍❤️‍💋‍👨👩🏻‍❤️‍💋‍👨🏻👩🏻‍❤️‍💋‍👨🏼👩🏻‍❤️‍💋‍👨🏽👩🏻‍❤️‍💋‍👨🏾👩🏻‍❤️‍💋‍👨🏿👩🏼‍❤️‍💋‍👨🏻👩🏼‍❤️‍💋‍👨🏼👩🏼‍❤️‍💋‍👨🏽👩🏼‍❤️‍💋‍👨🏾👩🏼‍❤️‍💋‍👨🏿👩🏽‍❤️‍💋‍👨🏻👩🏽‍❤️‍💋‍👨🏼👩🏽‍❤️‍💋‍👨🏽👩🏽‍❤️‍💋‍👨🏾👩🏽‍❤️‍💋‍👨🏿👩🏾‍❤️‍💋‍👨🏻👩🏾‍❤️‍💋‍👨🏼👩🏾‍❤️‍💋‍👨🏽👩🏾‍❤️‍💋‍👨🏾👩🏾‍❤️‍💋‍👨🏿👩🏿‍❤️‍💋‍👨🏻👩🏿‍❤️‍💋‍👨🏼👩🏿‍❤️‍💋‍👨🏽👩🏿‍❤️‍💋‍👨🏾👩🏿‍❤️‍💋‍👨🏿💑💑🏻💑🏼💑🏽💑🏾💑🏿🧑🏻‍❤️‍🧑🏼🧑🏻‍❤️‍🧑🏽🧑🏻‍❤️‍🧑🏾🧑🏻‍❤️‍🧑🏿🧑🏼‍❤️‍🧑🏻🧑🏼‍❤️‍🧑🏽🧑🏼‍❤️‍🧑🏾🧑🏼‍❤️‍🧑🏿🧑🏽‍❤️‍🧑🏻🧑🏽‍❤️‍🧑🏼🧑🏽‍❤️‍🧑🏾🧑🏽‍❤️‍🧑🏿🧑🏾‍❤️‍🧑🏻🧑🏾‍❤️‍🧑🏼🧑🏾‍❤️‍🧑🏽🧑🏾‍❤️‍🧑🏿🧑🏿‍❤️‍🧑🏻🧑🏿‍❤️‍🧑🏼🧑🏿‍❤️‍🧑🏽🧑🏿‍❤️‍🧑🏾👨‍❤️‍👨👨🏻‍❤️‍👨🏻👨🏻‍❤️‍👨🏼👨🏻‍❤️‍👨🏽👨🏻‍❤️‍👨🏾👨🏻‍❤️‍👨🏿👨🏼‍❤️‍👨🏻👨🏼‍❤️‍👨🏼👨🏼‍❤️‍👨🏽👨🏼‍❤️‍👨🏾👨🏼‍❤️‍👨🏿👨🏽‍❤️‍👨🏻👨🏽‍❤️‍👨🏼👨🏽‍❤️‍👨🏽👨🏽‍❤️‍👨🏾👨🏽‍❤️‍👨🏿👨🏾‍❤️‍👨🏻👨🏾‍❤️‍👨🏼👨🏾‍❤️‍👨🏽👨🏾‍❤️‍👨🏾👨🏾‍❤️‍👨🏿👨🏿‍❤️‍👨🏻👨🏿‍❤️‍👨🏼👨🏿‍❤️‍👨🏽👨🏿‍❤️‍👨🏾👨🏿‍❤️‍👨🏿👩‍❤️‍👩👩🏻‍❤️‍👩🏻👩🏻‍❤️‍👩🏼👩🏻‍❤️‍👩🏽👩🏻‍❤️‍👩🏾👩🏻‍❤️‍👩🏿👩🏼‍❤️‍👩🏻👩🏼‍❤️‍👩🏼👩🏼‍❤️‍👩🏽👩🏼‍❤️‍👩🏾👩🏼‍❤️‍👩🏿👩🏽‍❤️‍👩🏻👩🏽‍❤️‍👩🏼👩🏽‍❤️‍👩🏽👩🏽‍❤️‍👩🏾👩🏽‍❤️‍👩🏿👩🏾‍❤️‍👩🏻👩🏾‍❤️‍👩🏼👩🏾‍❤️‍👩🏽👩🏾‍❤️‍👩🏾👩🏾‍❤️‍👩🏿👩🏿‍❤️‍👩🏻👩🏿‍❤️‍👩🏼👩🏿‍❤️‍👩🏽👩🏿‍❤️‍👩🏾👩🏿‍❤️‍👩🏿👩‍❤️‍👨👩🏻‍❤️‍👨🏻👩🏻‍❤️‍👨🏼👩🏻‍❤️‍👨🏽👩🏻‍❤️‍👨🏾👩🏻‍❤️‍👨🏿👩🏼‍❤️‍👨🏻👩🏼‍❤️‍👨🏼👩🏼‍❤️‍👨🏽👩🏼‍❤️‍👨🏾👩🏼‍❤️‍👨🏿👩🏽‍❤️‍👨🏻👩🏽‍❤️‍👨🏼👩🏽‍❤️‍👨🏽👩🏽‍❤️‍👨🏾👩🏽‍❤️‍👨🏿👩🏾‍❤️‍👨🏻👩🏾‍❤️‍👨🏼👩🏾‍❤️‍👨🏽👩🏾‍❤️‍👨🏾👩🏾‍❤️‍👨🏿👩🏿‍❤️‍👨🏻👩🏿‍❤️‍👨🏼👩🏿‍❤️‍👨🏽👩🏿‍❤️‍👨🏾👩🏿‍❤️‍👨🏿

Spoiler: Seelen in Undertale

Aber eigentlich bin ich ja wegen Undertale hier. Menschliche Seelen in Undertale sind farbig. Für alle Menschenseelen, die in Undertale vorkommen, gibt es eine Unicode-Darstellung: ❤️🩵🧡💙💜💚💛. Asgore, der König der Monster, sammelt sieben Menschenseelen, um die Monster aus ihrem unterirdischen Gefängnis zu befreien (lange Geschichte. Eigentlich ist er ein ganz netter Kerl, wenn er nicht gerade Kinder umbringt).

Aber Monster haben auch Seelen. Nur sind die bei weitem nicht so stark wie Menschenseelen. Und im Gegensatz zu Menschenseelen überleben sie den Körper nicht, oder, im Fall von Boss-Monstern, nur sehr kurz. Monsterseelen werden weiß dargestellt, und stehen, im Verhältnis zu den Menschenseelen, auf dem Kopf. In Unicode gibt es auch ein weißes Herz 🤍, aber es steht falsch herum. Ich habe recherchiert, aber es gibt kein umgekehrtes Herzsymbol. Zumindest konnte ich keins finden.

Und da die allermeisten Monster in Undertale ziemlich nett sind (wenn auch verzweifelt, weil sie eingesperrt sind), finde ich, dass es auch ein umgekehrtes weißes Herz geben müsste, für die Monster.

Winkekatze24

Winkekatzen, original „Maneki-neko“ sind ja mittlerweile auch schon in unserem Kulturkreis bekannt. Klassischerweise aus Keramik und mit einem unbeweglichen Arm, so gibt es sie auch schon seit geraumer Zeit in Plastik mit einem elektrisch winkenden Arm.

Im Chaos-Umfeld werden die Winkekatzen insbesondere mit dem VOC, dem Video Operation Center, das auf Chaosveranstaltungen wie dem Chaos Communication Congress für Videoaufnahmen und Streams zuständig ist, in Verbindung gebracht. Das liegt daran, dass auf den Rednerpulten immer eine solche elektrisch betriebene Winkekatze steht. Damit kann man immer sehen, ob bei einer Kamera gerade das Bild eingefroren ist, selbst wenn sich sonst nichts auf der Bühne bewegt. Die Winkekatze hat es sogar ins Logo des VOC geschafft, unter dem Namen „Voctocat“ (CC BY-SA 4.0 by blinry ):

Eine stilisierte Silhouette einer Winkekatze auf einem schwarzen Hintergrund. Die linke Tatze ist gehoben, mit der rechten Tatze hält die Katze einen „Play“-Button.

Auf dem 39C3 bin ich dann einem Freund begegnet, den ich vom Rollenspielen kenne. Dessen Assembly hat ein Projekt mit Winkekatzen, die alle mit dem Internet verbunden sind und auf Kommando alle gleichzeitig winken und mit den Augen leuchten. Dazu werden handelsübliche Winkekatzen mit beweglichen Armen genommen, mit einem Mikrocontroller versehen, an den Augen operiert (LEDs) und ans Internet angeschlossen.

Jede Katze kriegt einen eigenen Namen. Im Internet kann man dann auf www.winkekatze24.de entweder alle Katzen gleichzeitig zum Winken bringen, oder nur eine spezielle, denn alle angemeldeten Winkekatzen sind dort aufgelistet. Als Backend für Statusupdates und Winkbefehle wird in beide Richtungen MQTT verwendet. Natürlich kann man auch ohne Probleme einen eigenen Server aufsetzen, aber der Spaß ist ja, dass alle Katzen gleichzeitig winken. Wenn ich sehe, dass meine Katze winkt, weiß ich, dass die Katze bei meinem Rollenspielfreund auch winkt, eine Katze in einem hackspace in Birkenhead und einige mehr.

So eine Katze wollte ich auch haben. Und bisher ist es so mäßig gelaufen. Aber ich gebe nicht auf.

Meine eigene Winkekatze

Das Bauset für eine wolche Katze ist eigentlich ganz simpel. Ein Board, ein Mikrocontroller mit integriertem Wlan-Modul, zwei Neopixel-LEDs, ein Transistor und ein paar Widerstände. Sollte selbst für einen Grobmotoriker wie mich machbar sein. Ich habe mir also auf dem 39C3 ein Set besorgt. Die Belichtung dort war aber eher schlecht, also habe ich nach ein paar angelöteten Teilen aufgegeben um die Katze zu Hause weiter zu verarbeiten. Es gibt ja auch genug andere Dinge, die man auf dem Congress tun kann. Ich war die erste volle Januarwoche noch in Hamburg (ohne Lötausrüstung), also musste ich abwarten. Zurück in meiner Wohnung habe ich dann angefangen:

Auf einer Korkoberfläche liegen verschiedene Teile: Kabel, zwei LEDs, ein PCB (auf dem schon ein paar Teile aufgelötet sind), ein Microcontroller und zwei Hälften einer Plastikwinkekatze.

Ich habe eine Weile gelötet und war irgendwann bereit, die Software aufzuspielen, um das Ganze zu testen. Nur: Der Microcontroller (ein Arduino-Derivat) hat zwar einen eigenen USB-Port, aber es ist ein Micro-USB. Kein Problem. Mal schnell das Micro-USB-Kabel gesucht und… Hmm… nicht da. Micro-USB-Netzteil? Ja. USB-A zu: USB-B? Ja. USB-C? Ja. Mini-USB? Ja. Komische proprietäre Anschlüsse? Ja. Micro-USB? Nein.

Ich war mir sicher, dass ich ein solches Kabel hatte. Aber ich habe es nicht gefunden (später hat sich herausgestellt, dass ich es bei meiner Mutter habe lieben lassen). Also ein neues Kabel. Mit über einer Woche Verzögerung konnte ich also weitermachen.

Firmware-woes

Die Software selber war das nächste Problem: Das auf der Website zu dem Zeitpunkt verlinkte Repo auf Github hatte nur eine Uralt-Version. Nun muss man wissen, dass es zwei Varianten gibt, den Arm der Katze zu betreiben: Mit einem Servomotor, an dem direkt der Arm montiert ist, und mit einem Magnetpendel, das durch eine Spule angetrieben wird. Die alte Variante ist die mit dem Servomotor. Die neue ist die mit dem Magnetpendel, und die hat einige Vorteile. Zum einen ist das der Weg, wie die meisten dieser Katzen in der Grundausstattung sowieso arbeiten. Dann ist das Magnetpendel leiser, und zuletzt ist die Bewegung flüssiger.

Der Nachteil ist, dass mein ein paar mehr Teile braucht (u.a. einen Transistor) und die Software anders aussieht (ggf. noch mit einem Hack, um den Arm überhaupt zu starten). Das war in dem alten Repo nicht drin. Dann gab es noch eine Version auf Gitlab. Die war aber nur minimal neuer. Wir hatten auch die ganzen Repos nach Codeberg umgezogen, und dort war jetzt die alte Github-Version. Bei der Bastelanleitung, die ich zu der Katze bekommen habe, war dann auch der richtige Code dabei, den ich allerdings in keinem Repo finden konnte. Wie sich herausgestellt hat, hat jede und jeder, die oder der am Projekt beteiligt war, eine eigene Codeversion gepflegt.

Mit der Version konnte ich dann aber auch noch nicht ohne Weiteres arbeiten. Denn der Code war für eine andere Pinbelegung geschrieben. Keine große Änderung im Code, aber ich musste mich durch das Datenblatt wühlen und die Pins auf die entsprechenden Pin-IDs im Code mappen.

Dann konnte ich den Code installieren und es lief… nur halb. Immerhin: Der Magnet funktionierte korrekt, die Katze hat ordentlich gewunken. Die LED-Augen wiederum gingen nicht.

Augenprobleme

Ich hatte die Augen falsch verlötet und dabei eine der LEDs gehimmelt. Mist. Die andere LED ging noch, und ich hatte ja noch eine ganze Rolle Neopixel-kompatibler LEDs, also könnte ich ja damit weitermachen, oder?

Nein. Was ich auch tat, wie sehr ich auch alle Verbindungen und Schaltkreise überprüfte, die LEDs leuchteten entweder nicht in der korrekten Farbe, nicht hell genug, nur weiß… es war zum Mäusemelken. Ich habe es mit verschiedenen LEDs ausprobiert, nichts funktionierte. Ich habe den Code überprüft. Ich habe die Spezifikation der LEDs überprüft. Ich habe mir Rat bei den Leuten geholt, die diese Katzen entwickelt haben. Keine Lösung.

Am Ende habe ich dann im Februar, als ich in Hamburg war, die Katze dem Freund aus der Rollenspielrunde gegeben, damit er sich die anschauen konnte. Der hat sich die angeschaut und hatte nach eigenen Angaben eine wirklich verzweifelnde Debug-Session, bevor er zum Schluss kam, dass meine Ersatz-LEDs wohl mit dem Controller einfach nicht richtig funktionieren. Er hat die LEDs ersetzt und mir die Katze zugeschickt.

Die ist dann Anfang März wieder bei mir angekommen, und diese Woche bin ich dann dazu gekommen, die Katze zusammenzubauen. Ich musste noch die zweite LED anlöten, und dann gingen die LEDs auch.

Armlähmung

Nun musste ich die Katze nur noch wieder zusammensetzen. Es war ein bisschen Fummelei, die Kabel so zu führen, dass der Arm nicht behindert wird, aber das ging auch. Wieder zusammenschrauben konnte ich die Katze auch nicht, weil ich keinen Schraubendreher hatte, der lang und dünn genug war, um in die Löcher reinzupassen.

Das Bord und der Controller passen auch nicht in die Katze (das geht nur bei größeren Modellen, also habe ich einen kleinen Karton genommen, ein Loch in die Mitte gemacht und die Katze draufgestellt. Das geht.

Das Einzige, was nicht geht, ist der Arm. Obwohl er schon einmal funktioniert hat, und auch bei dem Freund in Hamburg funktioniert hat, ist er hier bewegungslos. Es ist auch kein Softwareproblem. Die Spule kriegt einfach keinen Strom. Die Kabel selber sind in Ordning. Der Pin ist korrekt. Die Lötstellen auch.

Das Proble: Ein winziger, wortwörtlich haardünner Kupferlackdraht, der zur Spule führt, ist durchtrennt. Muss beim Transport passiert sein. Und das kriege ich ums Verrecken nicht repariert. Zumal dieses Mini-Ding ja auch lackiert ist, den Lack müsste ich also vorher irgendwie abkriegen.

Aber vielleicht finde ich eine Ersatzkatze. Die Dinger sind ja billig. Und tatsächlich: Ein Kitschladen hier im Ort hatte welche, in verschiedenen Größen. Ich habe eine in vergleichbarer größe zu meiner jetzigen geholt und… kriege sie nicht aufgeschraubt, weil ich keinen Schraubendreher habe, der lang und dünn genug ist. Bis ich an einen komme, kann gerne noch einmal eine Woche vergehen. Die Ersatzkatze steckt bis dahin in ihrem Ersatzkatzenkasten, der aber nicht mit Ersatzkatzenkastenmatratzen ausgekleidet ist.

Die aktuelle Katze kann immerhin mit den Augen leuchten:

Eine weiße Winkekatze steht auf einem weißen Podest. Ihre Augen (und damit der ganze Kopf) leuchten grün.

Schlusswort

Ich wollte eigentich schon viel früher darüber schreiben, aber ursprünglich wollte ich warten, bis die Katze fertig und einsatzbereit ist. Ich habe in der Zeit, in der ich mit der Katze nicht weiterkam, auch ein paar andere Sachen an dem Projekt gemacht, zum Beispiel die Website überarbeitet (WIP), ein Favicon zur Website hinzugefügt, eine kleine Rust-Bibliothek für die Katze geschrieben (WIP) und eine virtuelle Katze gebaut (WIP). Dazu schreibe ich dann später mehr. Besonders das Favicon war ein Drama, gemessen daran wie klein die Änderung eigentlich war.

Trotz des ganzen Ärgers, den ich damit hatte (ich komme halt mehr mit Software klar als mit Hardware) ist es eine lustige Idee, die natürlich dadurch besser wird, wenn mehr Leute sich so eine Katze basteln, aufstellen und mit den anderen Katzen verbinden. Lasst euch also nicht von meinen Unglücken abschrecken.

Zum Abschluss aber noch ein paar Links (teilweise wiederholt)

Atomarchiv mit RFC 5005

Ich bin jetzt zu etwas gekommen, dass ich schon lange machen wollte, aber immer wieder verschoben habe: Das Atom-Feed dieses Blogs auf mehrere Dateien zu verteilen. Aber warum wollte ich das machen?

Nun, mein Blog hat mittlerweile über 1100 Einträge. Die sind alle vollständig in dem Feed drin. Damit ist das Feed über 3 MiB groß. Komprimiert sind das zwar nur noch knapp 900 kiB (gz mit Zopfli) bzw. knapp 700 (Brotli), aber das ist immer noch eine Menge. Drei Gründe, warum das ein Problem ist:

  1. werden diese Dateien jedes Mal komplett heruntergeladen, wenn es eine Änderung gibt und ein feed-Reader das Feed lesen will
  2. es wird nicht weniger, mit jedem weiteren Post wird die Datei größer
  3. ist die Zopfli-Kompression des Feeds der mit Abstand am längsten dauernde Teil der Seitengenerierung, und muss jedes Mal gemacht werden, wenn ich einen neuen Post hinzufüge oder auch nur die kleinste Änderung vornehme.

Glücklicherweise gibt es RFC 5005, der definiert, wie man Atom-Feeds aufteilen kann. Ich habe mich für ein Feed-Archiv entschieden, weil es dann einfacher sein sollte, weiterhin alle Einträge zu finden und vor allem auch, die alten Feed-Teile unberührt zu lassen (und somit nicht ständig neu komprimieren zu müssen).

Wie ich RFC 5005 implementiert habe

Nach dem RFC muss ich meinen Feed grob in zwei Teile teilen. Zum einen in einen Feed der aktuellen (current) Artikel. Dann in keinen bis beliebig viele Archivdateien. Die Archivdateien werden als im Wesentlichen unveränderlich betrachtet. Sie dürfen sich ändern, aber Feedreader dürfen davon ausgehen, dass sie es nicht tun. Insbesondere sollen keine Einträge hinzukommen.

Sollte sich ein alter Eintrag doch noch wesentlich ändern, muss er (unter derselben ID) noch einmal im Feed der aktuellen Artikel auftauchen. Dabei darf es Überschneidungen zwischen den Feeds geben.

In meinem Fall habe ich als Archivdateien alle abgeschlossenen Jahre des Blogs gewählt. In Beispielen habe ich eine monatliche Aufteilung gesehen, aber so viel schreibe ich dann doch nicht. Das neueste Archiv-Feed ist also momentan 2025. Alle feeds, die im laufenden Jahr erstellt wurden, kommen erst einmal in den aktuellen Feed. Dann alle Artikel, die im laufenden Jahr wesentlich verändert wurden. Dazu kommen in meinem Fall noch alle Artikel, die im Zeitraum eines halben Jahres vor dem aktuellsten Artikel erstellt oder aktualisiert wurden. Das habe ich gemacht, damit nicht am ersten Januar mein ganzes Feed plötzlich leer ist. Nach und nach verschwinden die archivierten Artikel dann aber aus dem aktuellen Feed. Die Artikel des laufenden Jahres kommen allerdings erst nach Ablauf des Jahres in das Archiv.

Der aktuelle Feed verweist auf das jüngste Archiv-Feed, von da an ist es eine verkettete Liste bis zum ältesten Archive-Feed. Alle Archiv-Feeds haben zudem noch einen Link zum aktuellen Feed.

Ich bin mir nicht zu 100% sicher, dass ich den Standard korrekt verstanden und korrekt implementiert habe, aber ich bin sicher genug.

Testphase

Ein Erfolg zeigt sich jetzt schon: die Dateigrößen meines Feeds sind aufgeteilt viel handhabbarer: Alle Dateien sind deutlich kleiner als die Einzeldatei vorher, und im Regelfall muss nur der aktuelle Feed neu geschrieben und komprimiert werden, was die Verzögerung mein Veröffentlichen eines Blogposts um mehrere Sekunden senkt. Sekunden, die vorher sehr nervig gewesen sind.

Ich gehe damit jetzt erst einmal in die Testphase. Glücklicherweise hängt bei mir davon kein Geschäft ab, aber ich bin mir unsicher, wie gut die Unterstützung von RFC 5005 bei Feed-Readern ist.

Warum bin ich skeptisch? Drei Hauptgründe:

  • In Thunderbird zum Beispiel sehe ich nur einen Teil meiner Blogposts. Ich werde aber noch ein paar andere Feedreader ausprobieren
  • bei einer Suche nach „RFC 5005“ fand ich im Netz nicht viel. Die Spezifikation, ein paar Dokumente, dann aber diese Zusammenfassung einer Hobbyradiosendung, wo unter anderem erwähnt wird:

[…] but a solution to let your Atom feed have the cake and eat it too existed already 13 years ago, if only any of our feed readers would adhere to it: RFC 5005, Feed Paging and Archiving

  • ansonsten habe ich eine Menge Tickets auf Github gefunden, wo Leute wollen, dass RFC 5005 implementiert wird. Die meisten davon betreffen Projekte, die den Feed schreiben, aber ein paar betreffen auch Feedreader.

Also mal schauen. Die Adresse des Feeds für dieses Blog hat sich nicht geändert, aber es sind jetzt weniger Blogposts darin. Der rest ist von dem Hauptfeed aus verlinkt. Hoffen wir mal, dass das keine größeren Probleme bereitet.

Rollenspielszenen: Band aus zwei Bassspielern.

Rollenspielszene. Nachdem wir ein entführtes Mixtape mit geheimen Botschaften zurückbekommen haben, sind wir auf dem Weg zu unserem nächsten Auftritt. Wir haben ein subtil subversives Lied geplant, und Anis muss seinen Teil dafür noch üben. Dabei lässt er sich wieder von Cracker helfen.

Cracker ist keine Frau vieler Worte, und der Trubel mit der Band ist ihr eigentlich zu viel. Deswegen macht sie Anis einen Vorschlag:

Meinst du, wir könnten eine Band gründen? Nur mit zwei Bassspielern? Dann müssen wir nie wieder mit anderen Leuten reden.

Lakritz die Katze

Gestern bin ich über einen Blogpost gestolpert, in dem sich jemand darüber wundert, dass sein Blog überhaupt nicht bei Google indiziert ist. Kann man sich durchaus durchlesen, und ich wollte dazu auch ein bisschen über die Indizierung meines eigenen Blogs bei Suchmaschinen schreiben.

Dann bin ich darüber gestolpert, dass derselbe Autor auch eine kleine Seite für Lakritz, seine junge Katze hat. Also keine Aufregung über Suchmaschinen von mir, stattdessen ein Link zu ein paar Katzenbildern.

spring(); break; 2026 im Labor

Ich war heute nach etwa 15 Jahren mal wieder im Labor. Irgendwie ist das gegen Ende meines Studiums eingeschlafen, dann bin ich nach Hamburg gezogen… jetzt bin ich schon seit zwei Jahren wieder in der Gegend, aber erst heute habe ich mich mal dazu aufraffen können, in das Labor zu gehen. Zur Erinnerung: Das Labor e.V. ist ein Hackspace in Bochum.

Ein Kreis, der auf der rechten Seite schwarz und auf der linken Seite weiß gefüllt ist. In der Mitte ist in der jeweils inversen Farbe ein „i“ dargestellt. Ein weißet Graph, der einem PCB-Layour ähnelt, ist in weiß auf der schwarzen Seite des Kreises.

Ich habe mich irgendwie vorher nicht getraut, zurückzugehen. Heute war aber Internationaler Tag des offenen Hackspace und spring(); break;. Also ein guter Anlass mal zurückzukehren und daraus hoffentlich wieder eine Gewohnheit werden zu lassen.

Ich habe mich mit ein paar Leuten nett unterhalten. Ein Laborant hat mir geholfen, den losen Draht an der Spule meiner Winkekatze festzulöten (der Arm lahmt aber immer noch). Außerdem gab es einen kleinen Workshop zum Spleißen von Glasfasern (nicht, dass ich erwarte, das jemals zu machen) und einen Vortrag von jemandem, der anhand einer Veröffentlichung des Bundesamts für Verfassungsschutz herausfinden konnte, welchen Instragram-Account der Verfassungsschutz verwendet, um linken Gruppen zu folgen.

Alles in allem ein schöner Nachmittag, und ich nehme mir fest vor, mal wieder häufiger zum Labor zu gehen.